Nur begrenzte Marktmacht

EU-Kommission gibt grünes Licht für mögliche Übernahme von HUGO BOSS

Seit Wochen läuft der Übernahmepoker um den schwäbischen Bekleidungshersteller HUGO BOSS. Von den Wettbewerbshütern in Brüssel gibt es nun eine klare Aussage. Wie geht es weiter?

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Einer Übernahme des deutschen Bekleidungsherstellers HUGO BOSS durch die britische Frasers Group steht nach den Wettbewerbsregeln der EU nichts entgegen. Die Europäische Kommission genehmigte die mögliche Übernahme der alleinigen Kontrolle über den schwäbischen Bekleidungshersteller, wie sie mitteilte. 

EU: Keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken

Die Brüsseler Behörde kam demnach zu dem Schluss, dass der angemeldete Zusammenschluss keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwirft, da die Unternehmen infolge der geplanten Transaktion nur begrenzte Marktpositionen innehätten. Die Transaktion betreffe vor allem die Herstellung und den Einzelhandel mit hochwertiger Bekleidung, Schuhen und Accessoires.

Die EU-Kommission kontrolliert Unternehmenszusammenschlüsse, wenn die beteiligten Firmen bestimmte Umsatzschwellen überschreiten und in mehreren EU-Staaten tätig sind. Dabei prüft die Kommission, ob der Zusammenschluss den Wettbewerb erheblich beeinträchtigen könnte.

BOSS empfiehlt Aktionären Ablehnung

Anfang des Monats hatten Vorstand und Aufsichtsrat von HUGO BOSS den Aktionärinnen und Aktionären empfohlen, das Angebot des Großaktionärs Frasers Group abzulehnen. Der Angebotspreis spiegle den eigenständigen Wert und das zukünftige Wertschöpfungspotenzial von HUGO BOSS nicht angemessen wider, hieß es.

Seit Mitte Juni versucht die Frasers Group im Zuge eines freiwilligen öffentlichen Angebots die Kontrolle bei den Schwaben zu übernehmen. Sie bieten 38 Euro je Anteilsschein. Die Frasers Group ist ein Einzelhandelskonglomerat, hinter dem der Unternehmer Mike Ashley steckt. An HUGO BOSS ist die Gruppe mittlerweile mit etwas mehr als 30 Prozent direkt beteiligt. Das Übernahmeangebot wurde bis Mitte August verlängert.

BOSS erwartet Umsatzrückgang für das laufende Jahr

HUGO BOSS aus Metzingen (Kreis Reutlingen) hat weltweit 20.000 Beschäftigte, davon mehr als 4.400 in Deutschland. Der Modekonzern hat aktuell mit der mauen Kauflaune seiner Kundinnen und Kunden zu kämpfen. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 300 Millionen bis 350 Millionen Euro erreichen. 2025 wurde ein Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 391 Millionen Euro verbucht.

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