Der Schweizer Filmproduzent und mehrfach ausgezeichnete Oscar-Gewinner Arthur Cohn ist gestorben. Dies bestätigte Yves Kugelmann, Chefredakteur der jüdischen Zeitschrift "Tachles", nach einem Gespräch mit den Angehörigen gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
Cohn in Hollywood geehrt
Cohn zählte zu den erfolgreichsten Dokumentarfilmproduzenten der Filmgeschichte. Für drei Dokumentarfilme erhielt er gemeinsam mit weiteren Beteiligten den Oscar, darunter im Jahr 2000 für den Film "Ein Tag im September", der sich mit dem Anschlag einer palästinensischen Terrororganisation auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 in München befasst. Für seine Verdienste wurde Cohn auch in Hollywood geehrt, wo ihm ein Stern auf dem "Walk of Fame" gewidmet wurde.
Auszeichnung für Lebenswerk
Arthur Cohn wurde 2019 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin mit einem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. In einem Interview mit der Schweizer Zeitung "Blick" sagte er damals, er habe stets versucht, ein menschlich geprägtes Kino zu schaffen und sich von der emotionalen Kraft der erzählten Geschichten leiten zu lassen. Dem zeitgenössischen Film wünschte er weniger Fokus auf Spezialeffekte, Sex und Gewalt und stattdessen eine stärkere Orientierung an humanistischen Werten.
Cohn lebte in den vergangenen Jahren in Jerusalem bei seinem Sohn Emanuel, der als Schauspieler arbeitet. Zuvor war der Produzent jahrzehntelang in Basel tätig. Nach Angaben seines Sohnes arbeitete Cohn noch im vergangenen Jahr an einem neuen Filmprojekt.