Der Pharmakonzern Novartis mit Sitz in Basel will in seinem Werk in Stein (Kanton Aargau) unweit der deutschen Grenze mehr als jede dritte Stelle streichen. Bis 2027 sollen 550 der insgesamt 1.500 Arbeitsplätze wegfallen. Der Grund: Das Unternehmen will die Produktion von Tabletten, Kapseln sowie die Herstellung von Verpackungen für sterile Arzneimittel an diesem Standort einstellen.
Auch Beschäftigte aus Südbaden könnten Arbeit verlieren
Auch zahlreiche Grenzgänger könnten ihre Arbeitsplätze verlieren, denn laut Unternehmensangaben haben 15 Prozent der insgesamt 10.000 Beschäftigten von Novartis in der Schweiz ihren Wohnort in Südbaden.
Die Nachricht zum Stellenabbau in Stein nahe der deutschen Gemeinde Bad Säckingen, kam auch für den Bürgermeister von Stein überraschend. "Die Pläne haben wir schon vor längerer Zeit mitbekommen, dass sie die Produktion ins Ausland verlagern wollen. Aber dass jetzt bis zu 550 Stellen betroffen sind bis 2027, das ist für uns schon überraschend", sagt Beat Käser (FDP).
Novartis: Zolldeal mit USA kein Grund für Stellenabbau
Vor knapp zwei Wochen verkündete die Schweiz einen Zolldeal mit den USA. Teil der Vereinbarung sind zugesagte Milliardeninvestitionen der Schweizer Pharmabranche in Amerika. Laut Novartis gibt es keinen Zusammenhang zwischen den angekündigten Investitionen zum Ausbau der Produktionskapazitäten in den USA und dem Stellenabbau in Stein.
Die Verkleinerung des Standorts sei notwendig, damit die Produktion in der Schweiz wettbewerbsfähig bleiben könne, teilte eine Unternehmenssprecherin auf SWR-Nachfrage mit.
Mehr Automatisierung und innovative Technologie in Stein
In Zukunft soll am Standort in Stein stärker automatisiert und unter dem Einsatz innovativer Technologien hergestellt werden. Dafür will Novartis dort 26 Millionen US-Dollar investieren. Am Standort in Schweizerhalle bei Basel plant das Unternehmen bis Ende 2028 Investitionen in Höhe von 80 Millionen US-Dollar. Zudem sollen rund 80 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Der Regierungsrat von Basel-Stadt, Kaspar Sutter (SP), hat die Veränderungen bei Novartis auch im Hinblick auf den Zolldeal zwischen der Schweiz und den USA genau im Blick. "Wir müssen schauen, dass wir weiterhin als Forschungs- und Entwicklungsstandort attraktiv bleiben und die Rahmenbedingungen in der Schweiz entsprechend setzen", warnt der Politiker.
Deutscher Produktionsstandort ist nicht betroffen
Für die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden am Standort in Stein hat Novartis bereits Unterstützungsangebote wie etwa eine Frühpensionierung oder einen bis 2028 gültigen Sozialplan angekündigt. Das grenznahe Werk im deutschen Wehr (Kreis Waldshut) ist laut dem Unternehmen von dem Stellenabbau nicht betroffen. Ob in Zukunft weitere Veränderungen geplant sind, lässt Novartis bislang offen.
Über dieses Thema berichtete die Sendung "Dreiland Aktuell" am 29.11.2025, 18 Uhr, in SWR Aktuell Baden-Württemberg.