Nach dem Brand in einem Club in Kehl (Orteneaukreis) in der Nacht auf Sonntag gehen die Ermittler auch Hinweisen auf Feuerwerk nach, das möglicherweise benutzt wurde. Bisher konnte der Brandort noch nicht von Sachverständigen begutachtet werden. Die Arbeiten der Kriminaltechniker seien aufgrund des Ausmaßes und Zustandes der Brandstelle sehr aufwändig und würden in den kommenden Tagen durchgeführt, teilte die Polizei am Montag mit.
Eine Besucherin verletzte sich bei der Evakuierung
Wegen der großen Schäden am Gebäude überlegen Fachleute: An welcher Stelle fängt man am besten an? Welche Bereiche sind überhaupt begehbar? Und welche Experten sollten eingebunden werden? Gleichzeitig laufen weitere Zeugenbefragungen. Zudem wird Videomaterial gesichtet, das in sozialen Medien kursiert.
Unterdessen wurde bekannt, dass eine Besucherin bei der Evakuierung gestürzt ist und sich dabei leicht verletzt hat. Alle übrigen Disco-Besucher waren laut Polizei unverletzt geblieben. Drei Menschen mussten aufgrund der Ereignisse jedoch seelsorgerisch behandelt werden.
Polizei prüft Feuerwerk als Brand-Ursache und sucht Zeugen
Die Ursache des Brandes ist weiter unklar. Die Polizei prüft aber auch, ob Feuerwerk - ähnlich wie bei der Brandkatastrophe mit über 40 Toten im schweizerischen Crans-Montana zu Jahresbeginn - zu dem Brand geführt haben könnte. Untersucht werde unter anderem, "ob ein technischer Defekt, das Abbrennen von pyrotechnischen Sprühfontänen oder ein anderer Grund" Ursache für den Brand war, teilte die Polizei mit. Demnach gibt es im Internet Videomaterial, das möglicherweise den Gebrauch von Feuerwerk zeigt. Die Herkunft des Materials und der Zusammenhang der Aufnahmen sind wohl aber noch unklar.
In den sozialen Netzwerken kursieren Videos, die diese These hervorgebracht haben.
Nachfragen beim Betreiber des Clubs waren bisher nicht möglich. Er hat am Donnerstag über die Stadt Kehl mitteilen lassen, er sehe sich gegenwärtig nicht in der Lage, Fragen von Medienvertretern zu beantworten.
Die Ermittler der Kriminalpolizei suchen außerdem weiterhin Zeuginnen und Zeugen, die in der Nacht zum Sonntag in dem Club waren. Gäste aus Deutschland und Frankreich, die Hinweise zu dem Geschehen geben könnten - insbesondere die, die auch Videoaufnahmen und Fotos gemacht haben - werden gebeten, diese im Hinweisportal der Polizei BW hochzuladen.
Lob für Club-Betreiber und Personal
Die Stadtverwaltung Kehl hatte die Betreiber des Clubs bereits für ihr schnelles Eingreifen gelobt: Alle 750 Menschen, die sich in der Hip-Hop-Disco befanden, als der Brand ausbrach, konnten noch vor Eintreffen der Feuerwehr aus dem Gebäude geholt werden. Neben vier Löschzügen der Feuerwehren Kehl sowie des gesamten Ortenaukreises waren zahlreiche Fahrzeuge des Rettungsdienstes und der Polizei im Einsatz.
Anerkennende Worte für den Club-Betreiber und das Personal vor Ort gibt es auch in den sozialen Medien. In den Kommentaren unter dem Video zum Brand von SWR Aktuell auf Instagram schreibt eine Nutzerin: "Die Betreiber scheinen ganz, ganz viel richtig gemacht zu haben. Respekt". Eine andere Nutzerin kommentiert: "Ohne Massenpanik bis zum Eintreffen der Feuerwehr mehr oder weniger den Laden evakuiert zu haben...das ist eine ganz starke Leistung."
Mutmaßlicher Schaden im einstelligen Millionenbereich
Der Brand war in der Nacht auf Sonntag gegen 3:45 Uhr ausgebrochen. Nach ersten Schätzungen könnte ein Schaden im niedrigen einstelligen Millionenbereich entstanden sein. Die Betreiber des Clubs waren bislang nicht zu erreichen.