In der Nacht auf Sonntag ist in einem Club in Kehl (Ortenaukreis) ein Brand ausgebrochen. Wie das Polizeipräsidium Offenburg mitteilte, befanden sich zu dem Zeitpunkt nach ersten Angaben des Betreibers etwa 750 Personen in dem Gebäude. Wie die Polizei dem SWR am Sonntagmorgen sagte, hatten alle Personen den Club rechtzeitig verlassen können.
"Als die Feuerwehr eintraf, stand die Disco schon im Vollbrand, aber es waren alle Gäste draußen und in Sicherheit", sagt Annette Lipowsky von der Stadtverwaltung Kehl und lobt die Umsicht der Betreiber.
Die Betreiber haben das echt gut gemacht.
Großbrand in Club in Kehl: Keine Verletzten durch das Feuer
Auch Betroffene aus dem elsässischen Hagenau sprechen von mehreren Durchsagen auf Deutsch, Französisch und Englisch, in denen die Gäste zur Evakuierung aufgefordert worden seien. "Sie haben uns beruhigt. Die Evakuierung verlief sehr schnell. Das Personal war da, um alle zu leiten", sagten sie laut der Tageszeitung "Dernières Nouvelles d'Alsace". Es habe keine Panik geherrscht. "Wir tanzten gerade, als der Alarm ausgelöst wurde", berichtet ein Mädchen in der Zeitung. "Dann eilten wir sofort zum Ausgang."
Laut Polizei wurden drei Menschen wegen "der Gesamtsituation" vom Rettungsdienst behandelt. Sie seien unverletzt geblieben, aber gestresst gewesen und deshalb behandelt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Sie mussten nicht ins Krankenhaus gebracht werden.
Der Oberbürgermeister von Kehl, Wolfram Britz (parteilos), brachte seine Erleichterung zum Ausdruck: "Ich bin glücklich und erleichtert, dass durch den Brand niemand verletzt wurde."
Rätsel um Brandursache nach Feuer in Disco - 750 Menschen evakuiert
Die Nachlöscharbeiten liefen auch am Sonntagnachmittag noch. Im Anschluss sollte eine Brandsicherheitswache kontrollieren, ob neue Glutnester aufflammen, so die Stadt. Für die Feuerwehr sei es schwierig, an den Brandherd und die Glutnester im Inneren des Gebäudes heranzukommen, sagte Einsatzleiter David Oster dem SWR. Auch er lobte den Betreiber des Nachtclubs: Er habe dafür gesorgt, dass sich die rund 750 Menschen vom Gebäude entfernten. Das habe gut funktioniert, so Oster. Dadurch konnte die Feuerwehr schnell mit den Löscharbeiten beginnen.
Lob für Club-Betreiber in sozialen Medien Nach Brand in Kehler Club: War wie in Crans-Montana Feuerwerk der Auslöser?
Nach dem Brand in einem Kehler Club in der Nacht auf Sonntag ist die Ursache weiter unklar. Die Polizei untersucht unter anderem, ob Sprühfontänen zum Feuer geführt haben könnten.
Ein Bagger hat das Dach und Wände der Halle im Industriegebiet eingerissen, damit die Feuerwehr besser an die Glutnester kommt. Erst wenn diese Arbeiten beendet sind, könnten die Brandermittler der Kriminalpolizei in das Gebäude, so die Polizei. Am frühen Morgen wurden bereits Zeugen vernommen, um die Brandursache zu ermitteln. Das Feuer ist den Angaben zufolge gegen 3:45 Uhr ausgebrochen und habe dann auf das gesamte Gebäude übergegriffen. Angrenzende Gebäude sind laut Polizei durch das Feuer nicht in Gefahr. Zur Schadenshöhe konnten noch keine Angaben gemacht werden.
Der Club ist bekannt als Hip-Hop- und Afro-Musik-Disco. Aufgrund der Nähe zu Frankreich war er auch bei Feiernden aus Straßburg beliebt. Insgesamt bot der Club Platz für bis zu 1.500 Gäste mit 400 Sitzplätzen.
Erinnerungen an Brand-Katastrophe von Crans-Montana werden wach
Das Feuer weckt Erinnerungen an das Silvester-Inferno von Crans-Montana, das noch immer die Öffentlichkeit und die Behörden in der Schweiz beschäftigt. Zum Jahreswechsel brach dort in einer Bar ein verheerender Brand aus, 41 Menschen kamen ums Leben und Dutzende wurden verletzt. Funkensprühende Partyfontänen hatten Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt.