Der 27-jährige Mathieu Aubrun ist Überlebender des Brandes von Crans-Montana in der Schweiz. Jetzt wird er auf der Station für Schwerbrandverletzte des Krankenhauses im französischen Metz (Lothringen) behandelt. Aubrun ist einer der rund 100 Verletzten vom Silvester-Unglück in Crans-Montana. Sein Vater und sein Bruder sind täglich an seinem Krankenbett: "Er befindet sich in einer kritischen Phase, in der sich alles noch in die eine oder andere Richtung entwickeln kann“, sagt sein Vater Lionel Aubrun.
Ein Leben im Takt der Intensivbehandlungen
Mathieu Aubrun liegt im künstlichen Koma. Mehr als 25 Prozent seines Körpers sind verbrannt. "Gestern hat er die Augen geöffnet. Ich konnte ihn sehen. Als er meine Stimme gehört hat, hat er die Augen geöffnet", berichtet sein Bruder. Doch es ist weiterhin Vorsicht geboten, mahnen die Ärzte. Der 27-Jährige schwebt weiterhin in Lebensgefahr.
Er ist nur schwer wiederzuerkennen.
"Man sieht sein Gesicht, die Haut beginnt zu heilen. Es ist schrecklich, ihn so zu sehen", erzählt der Bruder weiter.
Der 27-Jährige Elsässer arbeitete in der Bar in Crans-Montana
Am Silvesterabend befand sich Mathieu in der Bar "Le Constellation". Der junge Elsässer, von Beruf Landschaftsgärtner, hatte beschlossen, einige Wochen in dem Lokal in Crans-Montana zu arbeiten. Zum Zeitpunkt des Brandes war er im Service tätig. "Er hat erzählt, dass es eine Explosion gab und er den Druck der Explosion gespürt hat. Er sagte uns, er habe warten wollen, um niemanden zu drängen und sich in Sicherheit zu bringen. Das Problem war der starke Rauch. Er verlor das Bewusstsein“, so sein Bruder Thomas Aubrun.
Außergewöhnlicher Einsatz für das medizinische Team
Im Krankenhaus in Metz werden neben Mathieu drei weitere Überlebende von Crans-Montana behandelt. Die Ärzte müssen zahlreiche Hauttransplantation durchführen. "Normalerweise operieren wir einmal pro Tag. Seit Beginn der Woche sind wir jedoch gezwungen, täglich zwei OP-Säle parallel zu nutzen", berichtet der plastische Chirurg Dr. Ryad Alaedin.
Eine außergewöhnliche Situation für das gesamte medizinische Team. "Es kann mehrere Tage, Monate, ja sogar Jahre dauern. Schwerbrandverletzte Patienten müssen in unserem Zentrum mit einem sehr langen Krankenhausaufenthalt rechnen", erklärt Dr. Boris Glavnik, Leiter des Zentrums für Schwerbrandverletzte in Metz.
Ein langer Weg der Behandlung, auf den sich auch die Familien einstellen müssen, denn die Körper der Brandopfer sind schwer gezeichnet. Doch die Ärzte und die Angehörigen geben die Hoffnung nicht auf.