Die Feldbergbahnen haben gut einen Monat vor dem Start über die neue Saison informiert. Die Ticketpreise werden leicht angehoben, die Saisonkarte durch die sogenannte Jahreskarte ersetzt. Der Bürgermeister von Feldberg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) Johannes Albrecht (parteilos) und der neue Geschäftsführer Kai Lebrecht äußerten sich am Rande der Veranstaltung auch zu den Berichten über finanzielle Schwierigkeiten der Feldbergbahnen.
Skiliftpreise steigen leicht
Die neue Saison startet am 28. November - sofern es das Wetter zulässt. Beim Ticketkauf müssen sich Schneesport-Fans auf einige Neuerungen einstellen: Die Preise stiegen im Schnitt um 2,8 Prozent. Der Grund seien höhere Betriebs- und Energiekosten, so Lebrecht. Wer früh bucht, kann eine Tageskarte für die Feldberglifte ab 39 Euro bekommen. Online sind die Tickets günstiger als vor Ort.
Aus Saisonkarte wird Jahreskarte
Die bisherige Saisonkarte, die "Flatrate" für alle Lifte der Feldbergbahnen im Winter, wird durch die Jahreskarte ersetzt. Sie gewährt dem Besitzer auch im Sommer Zugang zu zahlreichen Freizeitangeboten im Hochschwarzwald. Im Angebot stehen dann etwa die Hängebrücke "Black Forest Line" in Todtnau oder eine Schiffsrundfahrt auf dem Titisee. Die Jahreskarte kostet im Vorverkauf ab dem 29. Oktober 430 Euro. Das neue Angebot sei auch ein Weg, mit der zunehmenden Schneeunsicherheit auf dem Feldberg umzugehen, bestätigte Lebrecht gegenüber dem SWR.
Bürgermeister Albrecht äußert sich über finanzielle Probleme
Die Feldbergbahnen waren laut SWR-Recherchen nach mehreren schlechten Wintern zunehmend unter Druck geraten. Sogar von einer drohenden Insolvenz war die Rede. Teil des Problems: Das große Parkhaus, für das die Gemeinde hohe Kosten an einen privaten Investor zahlen muss. Bürgermeister Albrecht äußerte sich bei der Veranstaltung gegenüber dem SWR zu den Berichten: Den schlechter werdenden Bedingungen könne mit moderner Beschneiung gut entgegengewirkt werden, glaubt er. Ob die Temperaturen dafür niedrig genug sein werden, muss sich zeigen.
Parkhaus auf dem Feldberg: Eine "Bürde"
Albrecht bestätigte indirekt zum ersten Mal, dass die Berichte über eine drohende Insolvenz mehr als nur ein Gerücht waren. Es seien allerdings nur die Bahnen in Fahl (Kreis Lörrach) mit der unwirtschaftlichen Herzogenhorn-Bahn betroffen gewesen. Die Kredite dort seien nächstes Jahr abbezahlt, die Situation werde sich entspannen, sagt Albrecht.
Die anderen Bahnen, auch am Seebuck, seien rentabel, so der Bürgermeister. Das Parkhaus bezeichnete er als "Bürde" für die Gemeinde. Angesprochen auf die zunehmend schneearmen Winter antwortete er eher ausweichend: Es sei das Ziel, durch eine moderne und effiziente Beschneiung den Betrieb möglichst lange aufrechtzuerhalten, sagte Albrecht.
Geschäftsführer: "Keine Riesensprünge und keine neuen Bahnen"
Auch Feldbergbahnen-Geschäftsführer Lebrecht zeigte sich mit Blick auf die Zukunft des Schneesports am Feldberg zuversichtlich. Er räumte aber ein, dass der Klimawandel die Schneesicherheit zunehmend bedrohe. Möglicherweise müsse man irgendwann auf andere Sportarten umsteigen, die auch bei weniger Schnee funktionierten: Schneeschuhtouren zum Beispiel.
Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir noch relativ lange mit Schnee und Wintersport am Feldberg zu tun haben.
Finanziell seien die Feldbergbahnen mittlerweile "deutlich besser aufgestellt", auch wenn "keine Riesensprünge und keine neue Bahnen" zu erwarten seien.
Erster Schnee für Feldberg diese Woche erwartet
Das Skigebiet am Feldberg ist das größte in Baden-Württemberg. Es erstreckt sich laut Homepage über 30 Pistenkilometer und 15 Lifte. Die Vorzeichen für diese Saison scheinen gut: Der erste Schnee wird schon in dieser Woche erwartet.