Projekt von Klimaschützern

Große Rettungsaktion in Emmendingen: Bedrohte Bäume ziehen in private Gärten um

Bäume ausbuddeln und anderswo wieder eingraben - das ist ein Ansatz von Klimaschützern aus den Niederlanden. Jetzt ist er auch in Baden-Württemberg angekommen, in Emmendingen.

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Von Autor/in Christine Veenstra

Es ist so etwas wie ein großer Umzug für hunderte Buchen, Eichen, Pappeln und Douglasien. Von Orten, an denen sie keinen Platz hatten oder von Mähmaschinen bedroht waren, ziehen sie an Standorte, wo sie groß werden und zum Klimaschutz beitragen können. Umweltschützerinnen und Umweltschützer aus Emmendingen und Freiburg haben das möglich gemacht. Das heißt, sie haben die Bäume, sogenannte Wildlinge, erst ausgebuddelt und bei einem großen Baum-Verschenk-Tag an Privatleute abgegeben, die sie wieder einpflanzen.

Kleine Pflänzchen: Vom Kofferraum in den eigenen Garten

"Ich freu mich um jedes Bäumchen, das ich hier bekommen kann", sagt ein Mann, der gerade auf dem Parkplatz beim Emmendinger Bauhof den Kofferraum seines Autos belädt. Er will die Bäume auf seinem Grundstück pflanzen - in der Hoffnung, damit etwas gegen den Klimawandel zu tun.

Klimaschützerinnen und Klimaschützer verteilen die teils noch mickrigen Pflänzchen aus großen Bottichen. Der Andrang ist groß. Das macht Klimaschützerin Beatrix Helbling von der Gruppe "Klimafit" Emmendingen Hoffnung.

"Sie rennen uns die Bude ein" - Andrang motiviert Klimaschützer

"Wir haben im Vorfeld gedacht: Kommen überhaupt Leute? Und jetzt rennen sie uns hier quasi die Bude ein", sagt Helbling. Das gebe ihr Kraft - in einer, wie sie findet, schwierigen politischen Gesamtlage: "Wir müssen uns manchmal gegenseitig einfach motivieren, dass wir als Team am Ball bleiben. Da gibt es immer mal so Hänger, aber dann packt uns wieder der Ehrgeiz und wir sagen: Nein. Wir müssen dagegenhalten. Irgendjemand muss sich für die Natur einsetzen."

Dass in Emmendingen jetzt hunderte Bäume verpflanzt werden konnten, ist für die lokale Initiative "Klimafit" Emmendingen ein riesiger Erfolg, aber auch für Julia Riker von "Mehr Bäume Jetzt", einem Verein, der bundesweit aktiv ist.

Modell kommt aus den Niederlanden

Riker erklärt, dass der Einsatz sogenannter Wildlinge für Klimaschutzprojekte ein Modell sei, das aus den Niederlanden stamme. Nach ihren Informationen hat sich das Ganze dort binnen weniger Jahre so gut entwickelt, dass mit 22.000 angemeldeten Freiwilligen rund drei Millionen Bäume verpflanzt werden konnten. Außerdem seien Klimaschützerinnen und Klimaschützer in Nordrhein-Westfalen damit sehr erfolgreich, sagt sie.

Mit der Pilot-Aktion in Emmendingen hat Riker das Verpflanzen von Wildlingen für den Klimaschutz nun nach Baden-Württemberg gebracht. Und auch bei ihr ist die Freude über die gute Resonanz riesig: "Ich hätte es mir nicht träumen lassen, dass heute so viele kommen. Ich hoffe total, dass das in der Region weiter die Runde macht und dass da noch ein ganz, ganz großer Schneeball draus werden kann." 

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Feature SWR Kultur

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Christine Veenstra
Bild von SWR-Redakteurin Christine Veenstra

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