Die frühere Freiburger Stadträtin Monika Stein ist aktuell noch baden-württembergische Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Doch in einem Jahr möchte sie Oberbürgermeisterin der Stadt Freiburg sein. Das hat sie am Mittwoch (30.07.) bekanntgegeben. Stein tritt als parteiunabhängige Kandidatin an, wird aber von mehreren Gemeinderatsfraktionen unterstützt, unter anderem von den Grünen in Freiburg.
Links-grünes Bündnis unterstützt OB-Kandidatin Stein
"Freiburg soll sozial gerecht, nachhaltig und für den Klimawandel gerüstet sein, als offene Stadt mit Bildungschancen für alle", schreibt Stein in einer Mitteilung. Mit den Grünen hat sie die Unterstützung der größten Fraktion im Gemeinderat. Außerdem haben Eine Stadt für alle, Linke Liste - Solidarische Stadt, Die Linke, Die Unabhängigen Frauen Freiburg, Urbanes Freiburg, die Liste Inklusion und Teilhabe und die Grüne Alternative Freiburg ihre Unterstützung am Mittwoch verkündet.
Weil die komplexen Herausforderungen unserer Zeit nur gemeinsam gut gelöst werden können, trete ich als Teamplayerin an.
Bei der Grünen Alternative Freiburg war Stein 2008 Gründungsmitglied. Davor war sie sechs Jahre lang bei den Grünen. Sie saß insgesamt für wechselnde Fraktionen 14 Jahre im Gemeinderat. Bereits 2018 kandidierte sie für das höchste Amt der Stadt. Damals wurde sie von einem linken Bündnis unterstützt und hatte in beiden Wahlgängen um die 25 Prozent der Stimmen bekommen.
Gelernte Grund- und Hauptschullehrerin will Oberbürgermeisterin werden
Die 55-jährige Stein ist in Freiburg geboren und arbeitete seit 1996 als Grund- und Hauptschullehrerin. Seit 2020 ist sie Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW. Regelmäßig beteiligt sie sich in ihrer Funktion an Debatten über den Lehrermangel im Land oder zuletzt zur Migrationsquote an Schulen.
Die Grünen: "Wir wollen eine Frau mit Führungserfahrung"
Der Grüne Kreisvorstand Freiburg begründet seine Unterstützung für Stein mit ihrer Erfahrung. "Wir wollen für dieses wichtige Amt eine Frau mit Führungserfahrung", sagte Carsten Drecoll, Kreisvorsitzender der Grünen. Außerdem sei sie bodenständig, charismatisch und glaubwürdig. Die Grünen hatten mit einer Findungskommission unterschiedliche Kandidatinnen und Kandidaten geprüft bevor sie ihre Unterstützung öffentlich gemacht haben.
Die Linke und die Linke Liste in der Fraktionsgemeinschaft Eine Stadt für alle erhoffen sich von einer Oberbürgermeisterin Stein stärkeres Engagement gegen hohe Mieten. Die Unabhängigen Frauen Freiburg heben vor allem Steins Engagement für Geschlechtergerechtigkeit hervor. Freiburg hatte bislang noch keine weibliche Oberbürgermeisterin.
Die Entscheidung für ihre Kandidatur sei nicht spontan gefallen, schreibt Stein. Sie sei der Stadt sehr verbunden und wolle für ihre Themen kämpfen. Welche Ziele sie konkret verfolge, wolle sie nach und nach öffentlich machen.
OB-Wahl im zweiten Quartal 2026
Amtsinhaber Martin Horn wird im kommenden Jahr erneut als parteiloser Kandidat antreten und kann wohl wieder auf die Unterstützung der SPD setzen. Er wurde 2018 mit 44,2 Prozent der Stimmen im zweiten Wahlgang gewählt und hatte damit Amtsinhaber Dieter Salomon aus dem Rathaus verdrängt. Die Wahl 2026 ist noch nicht offiziell terminiert, soll aber im zweiten Quartal des Jahres stattfinden.