Der alte Oberbürgermeister ist der neue: Martin Horn (parteilos) hat die Freiburger OB-Wahl klar gewonnen. Laut vorläufigem Endergebnis erreichte er mit 52,9 Prozent der Stimmen bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Monika Stein, ebenfalls parteilos, aber von einem breiten links-grünen Bündnis unterstützt, kam auf 29,6 Prozent. Drittplatzierter ist der von der CDU unterstützte Achim Wiehle (parteilos) mit 10,5 Prozent der Stimmen.
"Danke Freiburg!" rief ein strahlender Martin Horn am Sonntagabend auf dem Rathausplatz den Bürgerinnen und Bürgern zu. Sie empfingen ihn mit kräftigem Applaus und teils auch Jubel. Er sei dankbar und glücklich, sagte Horn. Dass er es gleich im ersten Wahlgang geschafft habe, sei für ihn "eine Riesen-Erleichterung".
Ich habe es heimlich für mich immer gehofft, aber offiziell natürlich nie geäußert.
Unterlegene Monika Stein gratuliert Horn
Monika Stein gratulierte Horn und sagte, sie hoffe, er werde "gute acht Jahre" haben als OB in Freiburg. Sie bedankte sich bei allen, die sie gewählt und unterstützt haben. Auch sie erntete freundlichen Applaus. Stein war bereits bei der letzten OB-Wahl 2018 angetreten und hatte damals im ersten Wahlgang überraschend gut 26 Prozent der Stimmen bekommen. Sie werde "ab morgen" nach ihrer Beurlaubung wieder als Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Bildung (GEW) arbeiten.
Auch Achim Wiehle gratulierte Horn zum Wahlsieg. Er hätte sich ein anderes Ergebnis gewünscht, sagte Wiehle, "aber das ist Demokratie". Die übrigen sechs Kandidierenden bekamen nur geringe Stimmenanteile. Dejan Mihajlović kam auf 2,5 Prozent, AfD-Gemeinderat Karl Schwarz auf 2,2 Prozent.
Höhere Wahlbeteiligung als bei der OB-Wahl 2018
Rund 173.000 Freiburgerinnen und Freiburger waren zur Wahl aufgerufen. Rund 56 Prozent von ihnen nutzten die Gelegenheit und gaben ihre Stimme ab. Damit war die Wahlbeteiligung höher als bei der letzten OB-Wahl 2018. Knapp 1.550 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer waren beim Auszählen im Einsatz.
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Mehrere hundert Freiburgerinnen und Freiburger verfolgten die Entwicklung der Ergebnisse aus den Stimmbezirken auf dem Rathausplatz mit Interesse. Dort präsentierten und kommentierten die Stadt und die Badische Zeitung die nach und nach eintrudelnden Zahlen aus den Stimmbezirken. Gegen 19:50 Uhr konnte Bürgermeister Martin Haag das vorläufige Endergebnis - und Martin Horns Sieg - verkünden.
Politikexperte Wehner: Horn ist Identifikationsfigur für Freiburg
Politikwissenschaftler und Wahlbeobachter Michael Wehner von der Landeszentrale für politische Bildung zeigte sich überrascht über den klaren Wahlausgang. Denn zwei Kandidierende - Stein und Wiehle - seien "durchaus auf Augenhöhe" gegen Horn angetreten - ohne Erfolg. Horn habe es geschafft, sich über Parteibindungen hinweg zu positionieren als "Integrations- und Identifikationsfigur für ein Freiburg, das sich immer gerne anders sieht als andere Großstädte".
Monika Stein sei es dagegen nicht gelungen, das grün-linke Lager, das in Freiburg bei Wahlen etwa 60 Prozent Stimmenanteil habe, zu mobilisieren. Letztlich habe bei der Wahl vor allem die Persönlichkeit gezählt und weniger die Inhalte, so Wehner.
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