In Schopfheim (Kreis Lörrach) steht der Bewohner einer Asylunterkunft vor Gericht, weil er den Einrichtungsleiter wiederholt massiv bedroht und beleidigt haben soll. Der Vorfall soll sich im August 2025 ereignet haben.
Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe nicht
Es ist nicht das erste Mal, dass sich der 34-jährige Mann aus Gambia vor Gericht wegen Beleidigung und Bedrohung verantworten muss. Bereits im Juni 2025 verurteilte ihn das Amtsgericht Schopfheim zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten auf Bewährung.
Jetzt sitzt der Asylbewerber erneut auf der Anklagebank des Amtsgerichts Schopfheim. Dass er Beleidigungen ausgesprochen haben soll, bestreitet er nicht. Handyaufnahmen des damaligen Heimleiters werden im Prozess abgespielt, die die Morddrohungen belegen sollen.
Wegen Depressionen in ärztlicher Behandlung
Er fühle sich von der Heimleitung provoziert, sagte der Angeklagte immer wieder in der Verhandlung. Das Leben in der Asylunterkunft schilderte er als mental belastend. Er beklagte fehlende Privatsphäre und Willkür. Zwischendurch sei er wegen Depressionen in ärztlicher Behandlung gewesen. "Die wollen mich alle verrückt machen", übersetzte seine Dolmetscherin. Deutsch spricht der Angeklagte, der seit neun Jahren in Deutschland lebt, kaum.
Beim früheren Heimleiter liegen die Nerven blank
Auch beim ehemaligen Heimleiter, der als Zeuge aussagte, lagen die Nerven blank. Er ärgerte sich über Fragen des Richters und musste schließlich ermahnt werden.
Der Angeklagte habe Unterstützungsangebote abgelehnt, so der Zeuge. Trotzdem mache er den Heimleiter für seine eigene unglückliche Situation verantwortlich: "Sobald er einen Mitarbeiter der Unterkunft sieht, fängt er an, seine Hasstiraden zu schießen", erklärte der ehemalige Heimleiter. Seinen Job hat er inzwischen gekündigt - "aus Angst um sein Leben", wie er selbst sagt.
Heimleiter hat sich an die Medien gewandt
In der Vergangenheit soll der Angeklagte wiederholt den Einrichtungsleiter unter Druck gesetzt und massiv bedroht haben. So sehr, dass der 39-Jährige mehrmals Strafanzeige stellte. Inzwischen hat sich der frühere Heimleiter mit seiner Geschichte aktiv an die Öffentlichkeit gewandt. Er macht keinen Hehl daraus, dass er den Angeklagten lieber hinter Gittern sehen möchte.
Er sei aufgeschlossen gegenüber Geflüchteten und setze sich für eine multikulturelle Gesellschaft ein. Doch gewalttätige Einzelfälle dürfe man nicht unter den Teppich kehren, sagte er auf Nachfrage.
Neuer Heimleiter erhebt auch Vorwürfe
Ein Urteil ist noch nicht gefallen. Der Prozess wird auch deshalb fortgesetzt, weil der neue Leiter der Asylunterkunft inzwischen weitere Vorwürfe gegen den Angeklagten erhoben hat.