Wegen Massentourismus

Politiker fordert kostenpflichtigen Eintritt für Straßburger Weihnachtsmarkt

Zehn Euro Eintritt für den Straßburger Weihnachtsmarkt? Das fordert ein linkspopulistischer Politiker aus Straßburg, um Touristenströme zu regulieren.

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Wenn es nach dem Straßburger Spitzenkandidaten der linkspopulistischen Partei "La France insoumise" geht, soll der Straßburger Weihnachtsmarkt für Touristen in Zukunft zehn Euro kosten. Das sagte Florian Kobryn in einem Interview mit dem französischen Nachrichtensender France 3. Kobryn tritt nächstes Jahr im März bei den Straßburger Kommunalwahlen an.

Der Straßburger Weihnachtsmarkt ist eine der bekanntesten Attraktionen der Vorweihnachtszeit in Europa. Jährlich strömen Millionen Besucher in die elsässische Stadt, um die festliche Atmosphäre in den engen Gassen zu genießen. Im vergangenen Jahr waren es laut der Stadt 3,4 Millionen Menschen. 2023 hatte der Straßburger Weihnachtsmarkt erstmals die Marke von drei Millionen Besuchern überschritten. Wegen steigenden Sicherheitsrisiken hat die Stadt dieses Jahr bereits das Sicherheitskonzept angepasst.

Für Kobryn sind es einfach zu viele Touristen. Nach seinem Vorschlag sollten die Besucherströme besser verteilt werden.

Am Wochenende sind sehr viele Menschen in der Innenstadt. Für Einwohnerinnen und Einwohner wird diese absolut unzugänglich.

Eintritt nur am Wochenende - und nicht für Straßburger

Florian Kobryn schlägt vor, den Zugang zum Weihnachtsmarkt an Wochenenden kostenpflichtig zu machen. „Wir wollen für das Wochenende einen kostenpflichtigen Eintritt einführen. Der würde für alle gelten, die nicht in Straßburg wohnen“, erklärt Kobryn. Die Idee sieht vor, dass Besucher von außerhalb ein digitales Ticket für 10 Euro erwerben. Einwohner der Stadt sollen hingegen ein Armband erhalten, das ihnen kostenlosen Zugang gewährt.

Das würde ziemlich kompliziert werden und viele Fragen aufwerfen, was Ablauf und Sicherheit angeht.

Das Ziel: Die Besucherströme besser zu regulieren und gleichzeitig Einnahmen zu generieren, die für Not- und Obdachlosenunterkünfte verwendet werden könnten. Doch die Reaktionen auf diesen Vorschlag sind geteilt.

Die Grünen halten die Umsetzung für zu kompliziert

Viele Bürger und Besucher sehen den Vorschlag kritisch. „Das ist idiotisch“, meinte ein Befragter bei einer Straßenumfrage von France 3, während ein anderer hinzufügte: „Warum sollten Familien vom Land für einen Weihnachtsmarkt zahlen müssen? Das Parken in Straßburg ist ohnehin schon eine Qual.“

Auch die Grünen, die derzeit im Straßburger Rathaus regieren, lehnen die Idee ab. Guillaume Libsig, stellvertretender Bürgermeister von Straßburg, hält den Vorschlag für schwer umsetzbar: „Man müsste immer gucken: Wer kommt aus Straßburg? Wer nicht? Wann findet der Ticketverkauf statt? Und wie? Das würde ziemlich kompliziert werden und viele Fragen aufwerfen, was Ablauf und Sicherheit angeht.“

Ein Thema für die Kommunalwahlen

Ob der Weihnachtsmarkt in Straßburg tatsächlich Eintritt kosten wird? Die Diskussion darüber könnte bei den anstehenden Kommunalwahlen im März nächsten Jahres ein wichtiges Thema werden.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Thomas Hermanns
Reporter Thomas Hermanns
Louise Schöneshöfer
Profilbild von Louise

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