Am Sonntag, 26. April 2026, wird in Freiburg gewählt: Die Bürgerinnen und Bürger wählen ihren neuen Oberbürgermeister oder ihre neue Oberbürgermeisterin. Das hat der Gemeinderat am Dienstag beschlossen. Amtsinhaber Martin Horn (parteilos) tritt erneut an, ebenso Monika Stein (parteilos), die von einem breiten linken Bündnis unterstützt wird. Doch auch weitere Kandidaten stehen zur Wahl.
Wie läuft die Wahl ab?
Die Wahl erfolgt nach den Grundsätzen der Mehrheitswahl. Im ersten Wahlgang am 26. April 2026 gewinnt, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält. Sollte dies keiner der Kandidierenden schaffen, folgt eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten. Diese wurde auf den 17. Mai 2026 festgesetzt. Zudem wird es am 15. April 2026 eine öffentliche Vorstellung der Bewerberinnen und Bewerber im Freiburger Konzerthaus geben.
Martin Horn: Der Amtsinhaber
Martin Horn, seit 2018 Oberbürgermeister von Freiburg, tritt erneut als parteiloser Kandidat an. Damals hatte er im zweiten Wahlgang mit 44,2 Prozent der Stimmen Amtsinhaber Dieter Salomon abgelöst. Auch 2026 kann Horn erneut auf die Unterstützung der SPD zählen, die ihm fast einstimmig ihr Votum gab.
Am Donnerstag im Fernsehen SWR-Doku über Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn
Wie sieht der Alltag eines Oberbürgermeisters aus? Der SWR hat Freiburgs OB Martin Horn ein Jahr lang mit der Kamera begleitet. Und hat tiefe Einblicke in sein Leben erhalten.
Ein zentrales Thema seines Wahlkampfs ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt eine Bürgerumfrage durchgeführt. Dort wurde Wohnen und Wohnungsbau mit Abstand als das drängendste Thema genannt. Horn verweist auf eine von ihm initiierte Wohnbauoffensive, die nun erste Ergebnisse zeigen soll. Ob er mit seinem Ansatz überzeugen kann, wird voraussichtlich den Erfolg seiner Wiederwahl mitbestimmen.
Monika Stein: Die Herausforderin
Monika Stein, 55 Jahre alt, ist ebenfalls parteilos, erhält jedoch Unterstützung von einem breiten linken Bündnis. Mit den Grünen hat sie die größte Fraktion im Gemeinderat hinter sich. Außerdem haben "Eine Stadt für alle", die Linke Liste - Solidarische Stadt, Die Linke, Die Unabhängigen Frauen Freiburg, Urbanes Freiburg, die Liste Inklusion und Teilhabe sowie die Grüne Alternative Freiburg ihre Unterstützung verkündet.
Zweite Kandidatur in Folge Monika Stein will Oberbürgermeisterin von Freiburg werden
Die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein fordert Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn bei der OB-Wahl 2026 heraus. Mit breiter Unterstützung tritt sie zum zweiten Mal gegen Horn an.
Die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW hat sich in Freiburg bereits einen Namen gemacht: Sie saß 14 Jahre lang im Gemeinderat und kandidierte schon bei der letzten Wahl 2018 für das Amt der Oberbürgermeisterin. Damals erreichte sie in beiden Wahlgängen etwa 25 Prozent der Stimmen.
Stein setzt sich für soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Bildungschancen für alle ein. "Freiburg soll sozial gerecht, nachhaltig und für den Klimawandel gerüstet sein", betont sie in einer Mitteilung. Ihre Erfahrung als Lehrerin und Gewerkschaftsvorsitzende bringt sie aktiv in Debatten ein, etwa zum Lehrermangel oder zur Migrationsquote an Schulen.
Weitere Kandidaten stehen zur Wahl
Neben Horn und Stein haben auch Valerie Tabea Schult (parteilos) und Martin Borgmann (Die Partei) ihre Kandidatur angekündigt. Ob die CDU einen eigenen Kandidaten oder eine Kandidatin ins Rennen schickt, bleibt weiter unklar.
Die Stelle des Oberbürgermeisters von Freiburg wird am 20. Februar 2026 offiziell ausgeschrieben. In der Stellenausschreibung ist festgelegt, wer sich bewerben kann. Wählbar sind Deutsche und Staatsangehörige aus der EU, die vor der Bewerbung in Deutschland wohnen. Das 18. Lebensjahr muss am Wahltag abgeschlossen sein. Bewerberinnen und Bewerber müssen sich zudem "jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes" einsetzen. Die Bewerbungsfrist für Kandidaten endet am 30. März 2026 um 18 Uhr.