"Dorf statt Ferienanlage" - so heißt die Bürgerinitiative, die Einheimische in Rust (Ortenaukreis) gegründet haben. Sie wollen verhindern, dass ihr Wohnort vom Massentourismus eingenommen wird. Rust würde immer mehr zugebaut, es würden immer häufiger große Häuser mit Ferienwohnungen geplant. Denn mit Gästen des Europa-Parks lasse sich eben mehr Geld verdienen, als wenn Wohnungen dauerhaft an Einheimische vermietet würden. 900 solcher Ferienwohnungen gibt es nach Angaben der Gemeinde aktuell in Rust, sie werden von 250 Gastgebern vermietet. Wie viele dieser Gastgeber tatsächlich aus Rust kommen oder Investoren von außerhalb sind, lasse sich nicht sagen. Die Gemeinde Rust hat 5.000 Einwohner.
Gemeinde und Bürger wehren sich gegen Massentourismus
Die Gemeinde Rust steht mit der neu gegründeten Bürgerinitiative im Kontakt. Die Kritik sei konstruktiv geäußert worden, heißt es aus dem Rathaus. In Sachen Ferienwohnungen soll es nun ein gemeinsames Vorgehen von Bürgerinitiative, Gemeinde und dem Gemeinderat geben. Alle Beteiligten wollen sich zeitnah an einen Tisch setzen. "Auch wir möchten die Zahl der Ferienwohnungen begrenzen", sagt der Pressesprecher der Gemeinde, Mirko Masen. Der Gemeinderat wolle ebenfalls nicht, dass das Ganze ausufert.
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Illegale Ferienwohnungen in Rust
Rechtlich sei es aber nicht möglich, einfach Ferienwohnungen zu schließen. Was die illegalen und somit nicht angemeldeten Ferienwohnungen angeht - die es in Rust auch gibt - will die Gemeinde den Vermietern zusammen mit dem Landratsamt Ortenaukreis auf die Spur kommen.
Wir wollen die Sache nicht emotional angehen, sondern sachlich.
Gerhard Link als Vertreter der Bürgerinitiative "Dorf statt Ferienanlage" bestätigt den Kontakt und das gemeinsame Vorgehen mit der Gemeinde. Der Europapark erklärt gegenüber dem SWR: "Fragen der baulichen Entwicklung im Ort werden durch den Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung geregelt". Als regional verwurzeltes Familienunternehmen sei dem Park aber eine nachhaltige Entwicklung im Einklang mit den Bürgerinnen und Bürgern wichtig. Ansonsten tausche man sich zu allen tourismuspolitischen Themen intensiv mit der Gemeinde aus.