Die Ordensschwestern der Benediktinerabtei St. Erentraud in Kellenried in der Gemeinde Berg (Kreis Ravensburg) prüfen derzeit Möglichkeiten zur Neuausrichtung und künftigen Nutzung der Klosteranlage. Das teilen sie auf ihrer Homepage mit. Die Gemeinschaft der derzeit weniger als zehn Benediktinerinnen ist Eignerin der Anlage, werde sich aber wegen des demografischen Wandels und fehlenden Nachwuchses perspektivisch weiter verkleinern, heißt es in der Mitteilung. Es sei absehbar, dass der Erhalt und die Nutzung der denkmalgeschützten Klosteranlage langfristig nicht mehr aus eigener Kraft geleistet werden könne.
Kloster zu verkaufen mit 130 Zimmern
Auf einem Immobilienportal wird die Anlage mit Kirche, Werkstätten und insgesamt 130 Zimmern und 11.600 Quadratmeter Wohnfläche für knapp fünf Millionen Euro angeboten, sofort bezugsfrei. Die Immobilie biete ideale Voraussetzungen für soziale Träger, Kulturbetriebe oder Investoren, ob als Tagungshaus, Seminarzentrum, betreutes Wohnen, Künstlerresidenz oder Sitz einer Stiftung, heißt es in der Angebotsbeschreibung.
Ziel sei eine würdige und tragfähige Nachnutzung der Klosteranlage, so die Benediktinerinnen. Für die Nonnen, die heute noch in Kellenried leben, werde sowohl der Verbleib in der Anlage geprüft als auch der Umzug an einen neuen, altersgerechten Standort. Mit der Suche nach einer möglichen neuen Nutzung des Klosters oder einem Käufer haben die Benediktinerinnen eigenen Angaben zufolge ein Immobilienunternehmen aus Köln beauftragt.
Ziel dieser Überlegungen ist es, wirtschaftlich zukunftsfähige Strukturen zu schaffen, neue verlässliche Partner zu gewinnen und insbesondere die Altersvorsorge der Schwestern langfristig abzusichern.
Kloster Kellenried ist über 100 Jahre alt
Die unter Denkmalschutz stehende Klosteranlage St. Erentraud war 1924 von 28 Benediktinerinnen aus Österreich bezogen worden. In den 1950er-Jahren gab es sogar 79 Nonnen. Im vergangenen Herbst feierten die Ordensfrauen das 100-jährige Bestehen des Klosters. Sie sorgen auch mit dem Betrieb eines Klosterladens sowie einer Kerzen- und Krippenwerkstatt für den Unterhalt der Anlage. Zudem wurden zunächst im Westflügel, dann in einem Anbau Gästezimmer eingerichtet. Das musste jedoch 2023 aus personellen Gründen eingestellt werden, so das Kloster. Seit 2010 unterstützt auch ein Förderverein die Abtei Kellenried.
Im Januar 2022 erzählte Benediktinerin Charis Doepgen in der SWR Landesschau von ihrem ganz persönlichen sagenhaften Ort im Kloster Kellenried: