Autonome ÖPNV-Shuttles fahren problemlos auch bei Nebel und Regen im normalen Straßenverkehr und könnten im Regelbetrieb eingesetzt werden. Nach viereinhalb Jahren intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist das Projekt "RABus" (Reallabor für den Automatisierten Busbetrieb im ÖPNV in der Stadt und auf dem Land) abgeschlossen. Seit Oktober 2024 hatten in Mannheim und Friedrichshafen je zwei schwarz-gelbe, autonom fahrende Shuttles im Testbetrieb regelmäßig Probandinnen und Probanden befördert.
Autonom fahrende Kleinbusse legen gut 2.000 Kilometer zurück
In Friedrichshafen waren die selbstfahrenden Shuttles bis Ende Juni unterwegs. In Mannheim endete das Pilotprojekt bereits im Dezember. Insgesamt seien bei rund 430 Testfahrten 2.100 Kilometer auf öffentlichen Straßen zurückgelegt worden. Das teilten die Projektbeteiligten mit, darunter ZF Friedrichshafen, mehrere Nahverkehrsverbünde, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das baden-württembergische Verkehrsministerium.
Autonome Fahrzeuge im Testbetrieb unterwegs ZF testet fahrerlose Busse in Friedrichshafen und Mannheim
Kleinbusse ohne Fahrer sind ab Dienstag in Friedrichshafen und Mannheim unterwegs. Ab Ende des Monats sollen auch Fahrgäste mit den autonomen Bussen fahren können.
Fast alle der 1.600 Testfahrgäste hätten hinterher angegeben, sich sicher gefühlt zu haben. In den Bussen waren sogenannte Sicherheitsfahrer, die notfalls hätten eingreifen können. Zudem stieg die Akzeptanz: Während 40 Prozent der Befragten vor der Fahrt angaben, Vorbehalte gegenüber dem automatisierten Fahren zu haben, hatte sich diese Gruppe nach der Fahrt halbiert. Die Shuttles bewährten sich sowohl im Überlandverkehr, innerstädtisch als auch bei der Erschließung von Wohnquartieren, heißt es in einer Mitteilung.
Das ist ein starkes Signal für den ÖPNV der Zukunft, insbesondere in ländlichen Regionen. Unser Ziel bleibt, automatisierte Angebote aus dem Testbetrieb in den Regelbetrieb zu bringen – und damit moderne Mobilität für alle zugänglich zu machen.
Selbstfahrende Kleinbusse könnten fast überall in BW eingesetzt werden
Im Rahmen einer landesweiten Potenzialanalyse wurden zudem festgestellt, dass es in nahezu jeder Gemeinde Baden-Württembergs konkrete Anwendungsfälle gibt, wo autonome Shuttles den ÖPNV ergänzen können. In Friedrichshafen sollen auch nach Projektende die selbstfahrenden Kleinbusse weiterhin – ohne Fahrgäste – zu Testzwecken eingesetzt werden. So werde das gewonnene Know-how genutzt, um automatisiertes Fahren weiterzuentwickeln und perspektivisch in den Regelbetrieb zu überführen, heißt es.