Obstbauern zufrieden mit Ernte

Saison für Erdbeeren aus Freilandanbau am Bodensee endet

Die Obstbauern am Bodensee und in Oberschwaben ernten in diesen Tagen die letzten Freiland-Erdbeeren. Eine gute Saison geht zu Ende. Die Wetterbedingungen waren ideal.

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Von Autor/in Johannes Riedel

Süß und saftig sind sie - die letzten Erdbeeren der Saison aus Freilandanbau. Am Bodensee und in Oberschwaben sind die Felder fast abgeerntet. Die Obstbauern zeigen sich zufrieden, die Erdbeerernte sei in diesem Jahr gut gewesen. Qualität, Ertrag und Preise hätten gestimmt, heißt es von der Vertriebsgesellschaft "Obst vom Bodensee" in Friedrichshafen.

Die guten Erträge bei den Erdbeeren werden von den Produzenten als Ausgleich für die Herausforderungen des vergangenen Jahres gesehen. 2024 fiel die Erdbeerernte wegen der Nässe eher schlecht aus.

Ideale Wetterbedingungen für Erdbeeren aus Freilandanbau

In diesem Jahr habe das Wetter mitgespielt. Die Erdbeeren hätten anders als im Vorjahr nicht unter Feuchtigkeit gelitten. Hinzu kamen perfekte Temperaturen im Mai, berichtet Florian Fuchs, Obstbauer aus Konstanz: 20 bis 25 Grad tagsüber, nachts um die 15 Grad. Solche Bedingungen seien ideal für Erdbeeren, weil diese große Hitze nicht gut vertragen. Die Ernte sei deshalb leicht überdurchschnittlich ausgefallen.

Horgenzell

Früchte unter Folien Frühe Erdbeeren am Bodensee werden geerntet

Die ersten Erdbeeren werden am Bodensee und in Oberschwaben geerntet. Gereift sind sie unter Folie. Die Bedingungen seien ideal, heißt es von den Obstbauern.

Neben der Qualität der Früchte waren auch die Preise stabil, was zu einer insgesamt positiven Bilanz führte. Regionale Erdbeeren aus Gewächshäusern sind noch bis Mitte Juli in vielen Hofläden erhältlich, manche späten Sorten teilweise sogar bis in den Oktober. 

Anbauflächen für Erdbeeren am Bodensee zurückgegangen

Seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns im Jahr 2015 ist die Anbaufläche für Erdbeeren am Bodensee von rund 15.000 Hektar auf etwa 11.000 Hektar zurückgegangen. Das sagte eine Sprecherin der Vertriebsgesellschaft "Obst vom Bodensee" dem SWR. Besonders im Freilandanbau setze sich der Rückgang weiter fort, während die Flächen im geschützten Tunnelanbau stagnieren würden

Wie die Sprecherin erklärte, sei der Anbau von Erdbeeren sehr kosten- und arbeitsintensiv. Der Aufwand liege bei rund 2.000 Arbeitsstunden pro Hektar und Saison – teilweise auch deutlich darüber, je nach Anbausystem, Sortenwahl und Vermarktungsform. Besonders in der Erntephase sei der Bedarf an Handarbeit sehr hoch, da jede Frucht einzeln und schonend gepflückt werden müsse.

Ausblick auf die Kirschernte in der Region Bodensee

Mit dem Ende der Erdbeerernte richten sich die Blicke der Obstbauern jetzt auf die Kirschen. Laut "Obst vom Bodensee" hat sich die Kirschsaison vielversprechend angelassen. Erste Prognosen deuteten auf stabile Erntemengen, eine hervorragende Qualität und sehr gut schmeckende Früchte hin.

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