Kommunale Bahngesellschaft

Kosten zu hoch: Bodensee-Oberschwaben-Bahn stellt Betrieb ein

Seit 1993 fährt die Bodensee-Oberschwaben-Bahn auf der Strecke Friedrichshafen-Ravensburg-Aulendorf. Ab 2028 ist damit Schluss. Aber die Verantwortlichen versprechen Alternativen.

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Von Autor/in Thomas Wagner

Der Betrieb der Bodensee-Oberschwaben-Bahn zwischen Friedrichshafen (Bodenseekreis) und Aulendorf (Kreis Ravensburg) wird ab Anfang 2028 eingestellt. Das teilten das Unternehmen und die Gesellschafter am Mittwoch mit.

Die blauen Triebwagen mit dem weißen Geißbock-Symbol sind seit mehr als 30 Jahren auf der Strecke Friedrichshafen-Ravensburg-Aulendorf unterwegs. 1991 war die Bodensee-Oberschwaben-Bahn von Kommunen gegründet worden, 1993 startete der fahrplanmäßige Betrieb. Gesellschafter sind die Städte Friedrichshafen und Ravensburg, die Gemeinde Meckenbeuren sowie der Bodenseekreis und der Kreis Ravensburg.

Kosten für Bodensee-Oberschwaben-Bahn steigen steil an

Die Gesellschafter sehen sich in Zukunft mit steil ansteigenden Kosten konfrontiert. Geschäftsführerin Magdalena Linnig sprach von deutlich schärferen Sicherheitsanforderungen in den kommenden Jahren. Außerdem seien die derzeitigen Triebwagen allmählich in die Jahre gekommen. Die Bahngesellschaft hatte sie anlässlich der Elektrifizierung der Südbahnstrecke im Jahr 2021 bereits gebraucht aus Saarbrücken gekauft.

Zuletzt hatte die Bodensee-Oberschwaben-Bahn 1,5 Millionen Fahrgäste pro Jahr zwischen Friedrichshafen, Ravensburg und Aulendorf befördert. "Damit sind wir sehr zufrieden. Die Bahn hat kein Defizit eingefahren", sagte der Beiratsvorsitzende Georg Schellinger, Bürgermeister der Gemeinde Meckenbeuren.

Warum die Gründung der Bodensee-Oberschwaben-Bahn etwas Besonderes war

Die Region hatte mit der Bodensee-Oberschwaben-Bahn einst Geschichte geschrieben: Die Gründung im Jahr 1991 erfolgte seinerzeit, wie Georg Schellinger sagte, aus Verärgerung über die damalige Deutsche Bundesbahn: Die hatte nach und nach Verbindungen gestrichen und die Strecke zwischen Friedrichshafen, Ravensburg und Aulendorf ausgedünnt.

Das wollten die Kommunen in der Region nicht hinnehmen - und gründeten die bundesweit erste kommunale Eisenbahngesellschaft. Und die habe sich "zu einer 30 Jahre währenden Erfolgsgeschichte entwickelt", sagte der Friedrichshafener Bürgermeister Dieter Stauber als stellvertretender Beiratsvorsitzender.

Verbindungen und Haltepunkte der Bodensee-Oberschwaben-Bahn sollen bleiben

Das Land Baden-Württemberg habe zugesichert, durch neue Regional-Linien das Angebot zu übernehmen, so die Verantwortlichen. Alle Verbindungen sollen mit anderen Zügen bedient werden. Und auch die zusätzlichen Haltepunkte, die die Bodensee-Oberschwaben-Bahn eingerichtet hatte, sollen weiter angefahren werden.

"Der hohe Wert der Geißbockbahn für die Menschen und Mobilität vor Ort zeigt sich nicht zuletzt an ihren liebevollen Spitznamen", wird Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in einer Mitteilung zitiert. Als Aufgabenträger garantiere das Land, dass ein "gutes Angebot auf der Strecke bestellt und finanziert wird", so Hermann.

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Thomas Wagner
SWR-Redakteur Thomas Wagner Autor Bild
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Florian Peking
SWR-Redakteur Florian Peking Autor Bild

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