Modernisierung des Graf-Zeppelin-Hauses

Bohrer steckt im See fest: Bauarbeiten am Seeufer in Friedrichshafen verzögern sich

Das Freigelände mit Seezugang des Graf-Zeppelin-Hauses in Friedrichshafen bleibt länger gesperrt als erwartet. Der Grund: ein Problem mit einem Spezialbohrer am Seegrund.

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Von Autor/in Moritz Kluthe

Das Graf-Zeppelin-Haus (GZH), das Kultur- und Kongresszentrum in Friedrichshafen, wird derzeit saniert. Doch nicht nur am Gebäude wird gearbeitet, sondern auch davor, auf der Freifläche mit Seezugang. Denn um die Leitungen für eine geplante Seethermieanlage in den Bodensee zu verlegen, ist die Freifläche gesperrt. Jetzt dauert es noch etwas länger.

Ein Bohrer soll für die Seethermieleitung für das Graf-Zeppelin am Grund des Bodensees bohren.
Ein Bohrer soll für die geplanten Seethermieleitung für das Graf-Zeppelin-Haus am Grund des Bodensees bohren.

Bohrer soll hunderte Meter für Seethermie bohren

Ein Spezialbohrer sollte für eine mehrere hundert Meter lange Leitung für eine Seethermie-Anlage auf dem Grund des Bodensees bohren. Die Anlage soll künftig das Graf-Zeppelin-Haus beheizen und kühlen. Doch bei den Bohrungen verkeilte sich der Bohrkopf und brach laut Mitteilung der Stadt Friedrichshafen ab. Da er nicht geborgen werden könne, werde jetzt mit einem neuen Bohrer an einer anderen und tieferen Stelle gebohrt. Insgesamt soll die Bohrung für die Seethermieleitung eine Länge von 700 Metern haben. Die Entnahmestelle für die Seethermie im Bodensee liegt 15 Meter in der Tiefe.

Wegen der Verzögerungen wird der Uferbereich vor dem GZH erst im August statt im Juni wieder freigegeben. Die längere Sperrung des Freigeländes hat laut Stadt jedoch keine Auswirkungen auf den Veranstaltungsbetrieb. Alle Veranstaltungen des GZH, aber auch an der Uferpromenade könnten wie geplant stattfinden.

Ein Bauzaun vor dem Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen versperrt den Weg zum Seeufer.
Kein Durchgang: Ein Bauzaun vor dem Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen versperrt den Weg zum Seeufer.

Zeitplan für GZH-Sanierung verschiebt sich

Die Stadt modernisiert derzeit das etwa 40 Jahre alte GZH-Gebäude für 33 Millionen Euro. An dem Kostenrahmen soll auch die Verzögerung bei den Bohrungen nichts ändern. Mit solchen geologischen Risiken habe man gerechnet und entsprechend in der Kostenkalkulation berücksichtigt, heißt es von der Stadt.

Neben der neuen Seethermieanlage stehen weitere Sanierungsmaßnahmen am GZH an. Unter anderem kommt eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach und die Grünanlagen vor dem Haus werden erneuert. Die gesamten Arbeiten sollen Ende März nächsten Jahres abgeschlossen sein, ursprünglich sollte es schon im kommenden Winter so weit sein.

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Moritz Kluthe
SWR-Redakteur Moritz Kluthe Autor Bild

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