Strandbäder erwarten heißes Wochenende

DLRG warnt vor Badeunfällen am Bodensee - Konstanz fällt beim Hitze-Check durch

Heißer Sommerstart: Die DLRG am Bodensee gibt Tipps zum Baden an heißen Tagen und warnt vor Leichtsinn. Gleichzeitig muss Konstanz beim Hitzeschutz nachbessern.

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Stand

Der Sommer ist da - und mit ihm die erste große Hitzewelle. Während viele zur Abkühlung in Badeseen springen, warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vor unterschätzten Gefahren. Der Bodensee etwa hat aktuell nur 19 Grad (gemessen in Konstanz am Donnerstagmorgen). Ein harmloser Sprung kann lebensgefährlich enden.

"Die größte Gefahr besteht, wenn überhitzte Menschen spontan ins kalte Wasser springen", erklärt Florian Daniels, Bezirksvorsitzender der DLRG im Bodenseekreis.

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Die DLRG rät daher: Langsam ins Wasser gehen. Vor dem Schwimmen abkühlen, notfalls abduschen. "So kann sich der Körper anpassen", betont Daniels. Besonders gefährlich seien spontane Aktionen - etwa das Springen vom Boot.

Das Herz kann die plötzliche Abkühlung nicht verkraften - im schlimmsten Fall droht ein Kreislaufstillstand.

Obwohl das Personal der DLRG geschult sei, bleibe die Eigenverantwortung der Badegäste entscheidend: "Jedes Jahr gibt es tragische Fälle. Viele unterschätzen die Temperaturunterschiede oder überschätzen sich selbst."

Konstanz: Beim Hitze-Check fällt die Stadt durch

Der aktuelle Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zeigt: Konstanz gehört zu den Städten mit massiver Hitzeproblematik. Die Organisation untersuchte bundesweit 190 Städte mit über 50.000 Einwohnern - und stellte 31 von ihnen die "rote Karte" aus. Fast die Hälfte davon liegt in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Auch Konstanz fiel klar durch.

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Rund 60 Prozent der Einwohner sind demnach in Konstanz hoher Hitzebelastung ausgesetzt. Gründe sind laut Deutscher Umwelthilfe unter anderem zu viele versiegelte Flächen und eine dichte Bebauung.

Zum Vergleich: In Friedrichshafen sind laut DUH 45 Prozent der Menschen betroffen, die Stadt landet damit im Mittelfeld.

CoKLIMAx-Projekt: Wie Konstanz künftig klimaresilienter werden kann

Wie kann Konstanz auf die zunehmende Hitze reagieren? Antworten liefert das Projekt CoKLIMAx, das drei Jahre lang auf Basis von Copernicus-Satellitendaten erforscht hat, wo die Stadt besonders anfällig ist - und wo es Potenziale zur Abkühlung gibt.

Dabei wurden laut Pressemitteilung der Stadt Konstanz Klimadaten aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ausgewertet. Die Analyse zeigte: Besonders heiß ist es in der Altstadt und im Industriegebiet - dort fehlen Schatten, Luftzirkulation und kühlende Flächen. Gleichzeitig wurden kühlere Zonen wie Parks und bewachsene Innenhöfe identifiziert.

Ziel sei es, diese Erkenntnisse in die Stadtplanung einfließen zu lassen - etwa durch gezielte Begrünung, Entsiegelung von Flächen und klimaangepasste Architektur.

Das Projekt wurde vom Bund gefördert und gemeinsam mit Hochschulen sowie dem Helmholtz-Zentrum realisiert. In Zukunft soll CoKLIMAx europaweit Städten helfen, sich besser gegen Extremwetter zu wappnen.

Hitzeschutz für Kinder: Singen geht neue Wege

Die Stadt Singen (Kreis Konstanz) ist schon einen Schritt weiter, wenn es darum geht, wie kommunaler Hitzeschutz aussehen kann. In einem Pilotprojekt mit der Deutschen Umwelthilfe und dem Verband der Ersatzkassen analysieren Schülerinnen und Schüler ihre Schulumgebung - und entwickeln konkrete Maßnahmen gegen Hitze und Lärm.

"Die Innenstadt von Singen ist morgens bis zu sechs Grad wärmer als das Umland", so Ilka Markus von der Deutschen Umwelthilfe. Kinder erhitzen sich zudem fünfmal schneller - die Belastung ist enorm.

Deshalb soll die Umgebung hitzefest umgestaltet werden: Bäume pflanzen, Asphaltflächen aufbrechen, schattige Rückzugsorte schaffen. Erste Schritte gab es bereits - dafür gab es Lob von den Projektpartnern.

Bis 2027 sollen die Vorschläge umgesetzt werden. Singen will zum Vorbild für andere Kommunen werden. "Wer jetzt nicht handelt, riskiert langfristige Schäden für Gesundheit und Stadtklima", so Markus.

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