Drei Monate ohne Notfallpraxis

Gemischte Bilanz nach Schließung der Notfallpraxis in Bad Saulgau

Ende März musste die Notfallpraxis in Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen) schließen. Dagegen gab es in der Stadt großen Protest. Viele Befürchtungen haben sich aber nicht bewahrheitet.

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Von Autor/in Kristina Priebe

Seit drei Monaten hat die Notfallpraxis in Bad Saulgau im Kreis Sigmaringen geschlossen. Im Vorfeld gab es in der Stadt große Bedenken. Mittlerweile zeigt sich: Viele Befürchtungen sind nicht eingetreten. Einen Einschnitt bedeutet die Schließung für Bad Saulgau trotzdem.

Keine längeren Wartezeiten in den umliegenden Notfallpraxen

Offenbar nehmen die Patientinnen und Patienten aus dem Raum Bad Saulgau die weiteren Wege zu den umliegenden Notfall- bzw. Bereitschaftspraxen, wie die Kassenärztliche Vereinigung sie mittlerweile bezeichnet, in Biberach, Sigmaringen und Ravensburg in Kauf. Wie die Kassenärztliche Vereinigung auf SWR-Anfrage mitteilt, seien dort die Kapazitäten entsprechend erweitert worden. Zum Teil auch mit Personal, das bis Ende März in Bad Saulgau beschäftigt war. Nennenswerte Wartezeiten gebe es bislang keine.

Schließung der Notfallpraxis wird nach wie vor bedauert

Wie Bad Saulgaus Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller (parteilos) sagt, werde die Schließung allerdings nach wie vor bedauert. Auch wenn die Bevölkerung diese Tatsache seiner Einschätzung nach akzeptiert habe.

Ein Vorteil sei, dass im Umkreis drei Bereitschaftspraxen angefahren werden können. "Wir sind nicht nur an Sigmaringen gebunden, sondern können auch nach Biberach oder nach Ravensburg. So haben wir die Möglichkeit, dass sich unsere Menschen stärker verteilen, und wir haben mit Ravensburg und Biberach bislang sehr gute Erfahrungen gemacht", so der Bürgermeister.

Rettungsdient nicht verstärkt im Einsatz

Vor der Schließung hatte die Stadt die Befürchtung, dass wegen der längeren Wegstrecken zu den umliegenden Notfallpraxen vermehrt der Notruf gewählt würde. Wie der DRK-Kreisverband Sigmaringen aber auf Nachfrage mittelt, gibt es seit der Schließung nicht mehr Einsatzfahrten des Rettungsdienstes, als zuvor.

Bei der Stadtverwaltung herrscht dennoch nach wie vor Unmut über die politische Entscheidung, sagt Bügermeister Raphael Osmakowski-Miller. Zumal eine der Begründungen für die Schließung der Notfallpraxis gewesen sei, dass solche Praxen nur an Standorten mit Notaufnahme möglich seien. Das Krankenhaus mit Notaufnahme in Bad Saulgau wurde allerdings vor zwei Jahren geschlossen.

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Bad Saulgau kümmert sich verstärkt selbst um medizinische Versorgung

Die Stadt will sich jetzt verstärkt selbst für die medizinische Versorgung in Bad Saulgau einsetzen. Das ehemalige Krankenhaus sei im Moment bereits zu gut 90 Prozent vermietet. Dort sind unter anderem ein Schlaflabor, ein Hautarzt und auch Physiotherapeuten untergebracht. Außerdem seien ein ambulantes OP-Zentrum und auch ein medizinisches Versorgungszentrum geplant. "Wir versuchen das Beste daraus zu machen", so der Bürgermeister.

Weitere Schließungen im Land

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