1963 letztmals Eisschicht über dem ganzen See

Bodensee in ersten Abschnitten zugefroren: Menschen nutzen Wetter zum Spaziergang auf dem See

Der Bodensee ist zwischen Allensbach und der Reichenau langsam zugefroren. Spaziergänger und Schlittschuhläufer haben das gleich ausgenutzt. Auch andere Seen sind Besuchermagnete.

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Die anhaltenden Minusgrade sorgen derzeit dafür, dass erste Wasserflächen am Bodensee zufrieren. Am flachen Untersee, dem sogenannten Gnadensee zwischen Allensbach und der Insel Reichenau (beides Kreis Konstanz), gibt es bereits eine fast durchgehende Eisfläche. Spaziergänger und Schlittschuhläufer sind unterwegs, sowohl von Hegne aus, als auch vom Reichenauer Damm. Zuletzt war der Gnadensee 2021 komplett gefroren.

Eisplatten auf dem Bodensee vor Allensbach-Hegne. Der kalte Wind hat die Wasseroberfläche des Gnadensees mit Blick auf die Reichenau gefrieren lassen.
Eisplatten auf dem Bodensee vor Allensbach-Hegne. Der kalte Wind hat die Wasseroberfläche des Gnadensees mit Blick auf die Reichenau gefrieren lassen. Bild in Detailansicht öffnen
Der Gnadensee zwischen Allensbach und der Reichenau ist großteils zugefroren. Es ist ein besonders flacher Teil des Bodensees.
Auf dem Gnadensee sind am Montagvormittag zahlreiche Spaziergänger unterwegs. Bild in Detailansicht öffnen
Spaziergänger sind am Montag auf dem zugefrorenen Bodensee zwischen Hegne und der Reichenau auf dem Eis.
Mit Kinderwagen, Schlittschuhen und Schlitten gehen die ersten am Damm zur Reichenau aufs Eis. Bild in Detailansicht öffnen
Spaziergänger sind am Montag auf dem zugefrorenen Bodensee zwischen Hegne und der Reichenau auf dem Eis.
Auf eigene Gefahr können Wagemutige bereits von der Gemüseinsel Reichenau über den Gnadensee ans "Festland" bei Hegne laufen. Bild in Detailansicht öffnen
Der Federsee bei Bad Buchau im Kreis Biberach ist komplett zugefroren. Am Wochenende war er deshalb bei Spaziergängern und Schlittschuhläufern ein beliebtes Ausflugsziel.
Mit Schlitten und Schlittschuhen sind am Wochenende viele Ausflügler auf dem Federsee unterwegs gewesen. Bild in Detailansicht öffnen
Der Federsee bei Bad Buchau im Kreis Biberach ist komplett zugefroren. Am Wochenende war er deshalb bei Spaziergängern und Schlittschuhläufern ein beliebtes Ausflugsziel.
Der Federsee ist sehr flach, deswegen trägt sein Eis bereits. Tiefere Gewässer haben in den unteren Schichten noch wärmeres Wasser. Das erklärte Roland Roth von der Wetterwarte Süd dem SWR. Bild in Detailansicht öffnen
Der Federsee bei Bad Buchau im Kreis Biberach ist komplett zugefroren. Am Wochenende war er deshalb bei Spaziergängern und Schlittschuhläufern ein beliebtes Ausflugsziel.
Wintervergnügen auf dem zugefrorenen Federsee. Aber auf eigene Gefahr. Bild in Detailansicht öffnen
Der Federsee bei Bad Buchau im Kreis Biberach ist komplett zugefroren. Am Wochenende war er deshalb bei Spaziergängern und Schlittschuhläufern ein beliebtes Ausflugsziel.
Bei strahlendem Sonnenschein war der gefrorene Federsee am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel. Auch für die kommenden Tage ist kein Tauwetter in Sicht. Bild in Detailansicht öffnen

Eis-Schicht auf dem Bodensee: Warnung vor Betreten

Das zuständige Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen warnt jedoch. Zwar prüfe die Wasserschutzpolizei vor Ort die Dicke der Eisschicht. Am deutschen Bodensee gebe es aber keine offizielle Freigabe zum Betreten zugefrorener Seeflächen. Am Schweizer Untersee dagegen prüften Eismeister die Tragfähigkeit und erteilten eine Freigabe, so ein Sprecher auf SWR-Anfrage.

Tatsächlich sind nach SWR-Informationen am Mittwoch drei Menschen ins Eis auf dem Gnadensee eingebrochen. Sie konnten aber gerettet werden.

Auch der Federsee in Bad Buchau (Kreis Biberach) ist am Wochenende für viele zum Ausflugsziel geworden. Denn die anhaltend kalten Temperaturen haben ihn komplett zufrieren lassen. So waren zahlreiche Schlittschuhläufer und Spaziergänger auf eigene Gefahr auf dem Eis unterwegs.

Winterwetter am Bodensee: Frostige Nächte

Auch mit Beginn der neuen Woche war Tauwetter bei Temperaturen auch tagsüber unter 0 Grad nicht in Sicht. Wie Roland Roth von der Wetterwarte Süd dem SWR sagte, sind flachere Seen und Weiher eher tragfähig. In Baggerseen dagegen hänge in tieferen Schichten noch warmes Wasser. Der Federsee ist sehr flach.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet für den Mittwoch mit anhaltendem Dauerfrost, ab Donnerstag ist mit einem Temperaturanstieg zu rechnen, so dass die Werte über dem Gefrierpunkt liegen können. Laut Internationaler Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) hatte der Bodensee am Sonntagmorgen in Lindau nur noch 2,4 Grad, am Untersee waren es 4,2 Grad. Führt das zu einem teilweisen Zufrieren des Bodensees?

Bodensee friert wohl nie wieder ganz zu - Seegfrörne zuletzt vor 63 Jahren

Das letzte Mal fror der Bodensee im Februar 1963 komplett zu. Das Naturereignis zog damals Tausende Menschen auf die zugefrorene Seefläche - und das nicht nur zum Schlittschuhlaufen.

Doch eine neue Seegfrörne ist derzeit nicht zu erwarten - und wird vermutlich wegen des Klimawandels auch nie wieder stattfinden. Denn dafür braucht es lange Phasen von Dauerfrost. Im Winter 1962/63 wurden nachts Temperaturen von minus 20 Grad Celsius am Bodensee bei Konstanz gemessen. Tagsüber blieb das Thermometer ebenfalls oft bei minus zehn Grad stehen.

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SWR4 BW aus dem Studio Friedrichshafen SWR4 BW aus dem Studio Friedrichshafen

Kälte gut für Durchmischung des Bodensees

Das kalte Wetter könnte aber positiv für den Bodensee sein. Denn eine vollständige Durchmischung der verschiedenen Wasserschichten im See benötigt kalte Temperaturen. Nur dann gelangt sauerstoffreiches Wasser von der Oberfläche an den Seegrund.

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Karin Wehrheim
SWR-Redakteurin Karin Wehrheim Autorin Bild
Esther Leuffen
SWR-Redakteurin Esther Leuffen Autorin Bild
Martin Hattenberger
SWR-Redakteur Martin Hattenberger Autor Bild

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