Am Samstag hat der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) in seiner privaten Garage eine unschöne Entdeckung gemacht: ein leerer Eisbecher samt Notiz mit den Worten "Viel Spaß beim Entsorgen! Drecks Verpackungssteuer. Scheiß Konstanz". Seine erste Reaktion darauf stieß in den sozialen Medien überwiegend auf Kopfschütteln.
Denn Burchardt fotografierte den Becher und die Notiz und stellte das Bild auf seine Facebook-Seite. Zunächst mit dem Kommentar "Heute auf meinem Auto. Was für ein ekelhafter Stil. F**k Dich selbst! Tschuldigung".
Konstanzer Oberbürgermeister rudert nach Kritik an Wortwahl zurück
Kurze Zeit später schwächte Burchardt diese erste heftige Reaktion ab, nachdem es bereits deutliche Kritik daran gab. Das Foto ist nach wie vor auf seiner Seite zu sehen, nun schreibt der Oberbürgermeister aber, dass er seinen Post wegen seiner Ausdrucksweise geändert und ein vulgäres Wort gelöscht habe.
In den mehr als 350 Kommentaren darunter schreiben viele, dass diese erste Wortwahl dem Amt des Oberbürgermeisters nicht würdig sei. Häufig gibt es auch Kritik zur Konstanzer Verpackungssteuer zu lesen.
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Keine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs
Auf SWR-Anfrage ließ Uli Burchardt am Sonntag schriftlich mitteilen, sein erster öffentlicher Post zum Vorfall sei aus dem Affekt heraus geschrieben gewesen. Persönlich stehe er zu dieser Emotion.
Als öffentlicher Post auf meinem Kanal, den ich auch dienstlich nutze, war eines der Worte aber nicht angemessen. Das habe ich nach kurzer Zeit korrigiert.
Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch werde er nicht erstatten. Damit sei zu diesem Vorfall alles gesagt. Burchardt teilte außerdem mit, er setze sich weiterhin für einen respektvollen, fairen und offenen Dialog ein – auch bei kontroversen Themen.