Die Fischer am Obersee des Bodensees dürfen unter strengeren Auflagen wieder Felchen fangen. Das haben die Anrainerstaaten Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein bei einer Sitzung der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) im bayerischen Wasserburg beschlossen. Ab 2027 darf der Fang wieder losgehen, unter anderem soll dann aber die Fangzeit kürzer sein.
Anzeichen für Erholung des Felchen-Bestandes
Damit endet zum kommenden Jahr das dreijährige Fangverbot am Obersee des Bodensees. Es galt seit Anfang 2024, da der Bestand der Felchen drastisch eingebrochen war. Da es inzwischen erste Anzeichen für eine Erholung des Bestands gibt, hatte sich nach Medienberichten schon im Vorfeld der Sitzung etwa das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg dafür ausgesprochen, das Verbot teilweise zu lockern.
Wie die IBKF am Donnerstag erklärte, wurde der Felchenfang mit weniger Fangtagen und weniger Netzen beschlossen. Fischer benötigen zudem größere Maschenweiten, damit junge und kleine Felchen entkommen können. Man fange ganz moderat an, sagte Reinhard Reiter, der IBKF-Bevollmächtigte des Vorsitzlandes Bayern. Die Fangzeit ist künftig kürzer. Sie beginnt im Mai und endet im August. Die Regeln gelten erst einmal bis Ende 2028. Danach werde über die Resultate beraten.
Immer weniger Fischer am Bodensee
Das Felchen galt für die Fischer am Bodensee lange als eine der zentralen Verdienstquellen. Seit Jahren schon steht die Berufsgruppe unter Druck. Sie beklagt unter anderem einen stetigen Rückgang an Fischen im Bodensee. Die Zahl der Berufsfischer ist in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen. Aktuell gibt es nur noch knapp 50 Berufsfischer am Bodensee. Ende des vergangenen Jahres löste sich nach 116 Jahren so auch der Internationale Bodensee-Fischereiverband auf.
Klimawandel könnte sich langfristig auf Bestand von Felchen auswirken
Im Vorfeld der Sitzung hatten sich im Januar die Sachverständigen rund um den Bodensee getroffen und die Situation bei den Felchen analysiert. Sie haben der IBKF ihre Empfehlung abgegeben.
Ein Problem für die Felchen stellt auch der Klimawandel dar. Zu dieser Einschätzung kommt die Fischereiforschungsstelle in Langenargen (Bodenseekreis). Der Klimawandel könnte sich auf den Bestand von Felchen und anderen Fischen auswirken. Die Erwärmung des Sees führe etwa dazu, dass die Felchenlarven früher als üblich schlüpften.
Der veränderte Zeitpunkt könnte zur Folge haben, dass die Fische kein passendes Futter finden. Zudem befürchten die Wissenschaftler, dass Felchen aufgrund der steigenden Erwärmung nicht mehr in die oberen Wasserschichten schwimmen, in denen sie üblicherweise ihre Nahrung finden. Ein Forschungsprojekt geht dieser Frage nach.