Dreijähriges Fangverbot

Felchen-Comeback im Bodensee: Erste Hoffnung für die Fischer seit Fangverbot

Seit Anfang 2024 dürfen die Fischer am Obersee des Bodensees keine Felchen mehr fangen. Nun gibt es Hoffnung, denn der Bestand scheint sich zu erholen.

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Von Autor/in Thorben Langwald

Im Bodensee gibt es Anzeichen dafür, dass sich der Felchenbestand erholt. Das beobachtet die Fischereiforschungsstelle in Langenargen (Bodenseekreis). Zwar gebe es immer noch sehr wenige Felchen im See, doch am Seegrund ließen sich beispielsweise viele Eier der Fische finden. Auch die Zahl der Felchenlarven sei deutlich angestiegen.

Größere Felchen präsentierten sich zudem in einem deutlich besseren Zustand als in der Vergangenheit, sagt der Leiter der Fischereiforschungsstelle Alexander Brinker dem SWR. Er blickt zufrieden auf die aktuelle Entwicklung, spricht jedoch von einem Prozess, der Zeit benötige.

Wenn ich es mir hätte wünschen dürfen, hätte ich mir genau das gewünscht, was wir jetzt vorfinden.

Feind der Felchen am Bodensee ist deutlich zurückgegangen

Seit Anfang 2024 gilt am Obersee des Bodensees ein dreijähriges Felchenfangverbot. Der Bestand war zu stark eingebrochen. Als ein Grund für den Rückgang der Felchen gilt auch die Ausbreitung von Stichlingen.

Der von Menschen in den See gebrachte Fisch breitete sich ab 2012 auch in der Mitte des Sees schlagartig aus und gilt seither als Fressfeind der Felchen. Er frisst die Eier der Felchen und erbeutet auch frisch geschlüpfte Larven.

Seit dem vergangenen Jahr ist der Bestand jedoch überraschend deutlich zurückgegangen. Warum - dazu gebe es derzeit noch keine Erklärung, so Alexander Brinker. Der Rückgang des Stichling und das Fangverbot tragen seiner Ansicht nach jedoch zur Erholung der Felchen bei.

Klimawandel könnte sich langfristig auf Bestand von Felchen auswirken

Eine langfristige Sorge stellt für die Fischereiforschungsstelle der Klimawandel dar. Er könnte sich weiter auf den Bestand von Felchen und anderen Fischen auswirken. Die Erwärmung des Sees führe etwa dazu, dass die Felchenlarven früher als üblich schlüpften.

Der veränderte Zeitpunkt könnte zur Folge haben, dass die Fische kein passendes Futter finden. Zudem befürchten die Wissenschaftler, dass Felchen aufgrund der steigenden Erwärmung nicht mehr in die oberen Wasserschichten schwimmen, in denen sie üblicherweise ihre Nahrung finden. Ein Forschungsprojekt geht dieser Frage nach.

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2026: Entscheidung über weiteres Vorgehen mit Fangverbot bei Felchen

Im Januar kommenden Jahres wollen sich die Sachverständigen rund um den Bodensee treffen und die Situation der Felchen analysieren. Sie geben der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) ihre Empfehlung ab. Im Sommer 2026 wird dann darüber entschieden. Das Felchenfangverbot im Obersee gilt noch bis Anfang 2027.

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