Das Waldrappteam weiß jetzt, wo das Flugtraining in diesem Jahr stattfinden kann: auf einem Flugplatz bei Riedlingen (Kreis Biberach). "Der Flugplatz liegt im Donautal und bietet ideale Trainingsbedingungen", sagte Projektleiter Johannes Fritz dem SWR.
Das Waldrappteam plant dort, ab Mitte Mai das Flugtraining mit den rund 30 Jungwaldrappen durchzuführen. "Potenziell ist das Donautal ohnehin ein möglicher Platz gewesen für eine weitere Kolonie - aber das ist Zukunftsmusik", so Johannes Fritz.
Küken werden von ihren Müttern getrennt und von Hand aufgezogen
Schon diese Woche sollen die ersten Küken im Tierpark im österreichischen Rosegg ihren Nestern entnommen werden. Zwei menschliche Ziehmütter ziehen sie dann von Hand in einem Container in der Nähe auf.
Wenn die Jungvögel kurz davor sind, das Nest zu verlassen - so in etwa in einem Monat - bringt das Waldrappteam sie nach Riedlingen. Dort beginnt dann das Flugtraining. Die Waldrappe sollen wieder lernen, einem Ultraleichtflugzeug zu folgen - um letztlich nach Andalusien zum Überwintern zu fliegen.
Waldrappe sollen sich der Überlinger Kolonie anschließen
Langfristig sollen die Jungwaldrappe Teil der Überlinger Kolonie am Bodensee werden. Dass die Tiere zunächst auf Riedlingen geprägt werden und - wenn sie geschlechtsreif werden - dorthin zurückfliegen sollen, sieht Johannes Fritz vom Waldrappteam nicht als Problem. "Das ist relativ nahe an Überlingen. Da können wir die Tiere dann abholen und zu den Überlinger Vögeln bringen", so Fritz.
Ähnlich erfolgreich lief das zuletzt mit Jungwaldrappen, die in Binningen (Kreis Konstanz) großgezogen wurden. Auch diese Tiere wurden eingefangen und dann mit dem Auto nach Überlingen gebracht, wo sie sich schnell der Überlinger Kolonie anschlossen. Seit 2017 werden die einst ausgestorbenen Waldrappe in Überlingen wiederangesiedelt.