Mike Manßhardt aus der Ortenau und Lukas Hofmann aus dem Kraichgau sind die besten Pflüger im Land. Sie sind die Gewinner beim Landesentscheid Leistungspflügen. Der fand im Hegau statt, in Schlatt am Randen, einer Teilgemeinde von Hilzingen (Kreis Konstanz).
Zwölf Teilnehmer aus fünf baden-württembergischen Regionen wetteiferten bei schönstem Sommerwetter um den Sieg. Auch aus der Schweiz machten Pflüger mit, allerdings außer Konkurrenz.
SWR Reporterin Rebecca Lüer hat Teilnehmer und Zuschauer beim Wettbewerb gefragt, was das Leistungspflügen so besonders macht:
Leistungpflügen bedeutet: schnurgerade und gleichmäßig tief
Möglichst schnurgerade und gleichmäßig tief soll die perfekte Furche sein, vorhandene Pflanzen müssen sauber untergepflügt werden und die Erde soll gut krümeln. Dies gehört zu den Kriterien, auf die es ankommt bei der Bewertung, so der Landesverband Leistungspflügen Baden-Württemberg.
Die "Königsdisziplin des Ackerbaus" sei das Pflügen, heißt es vom Verband. Die Teilnehmer kamen aus den Regionen Bodensee-Oberschwaben, Mannheim, Ulm, Kraichgau und Ortenau und traten im sogenannten Beet- und im Drehpflügen an. Der Unterschied: Der Beetpflug wendet den Boden einseitig nach rechts, der Drehpflug kann von rechts auf links wechseln. Der Vorteil beim Drehpflug: Der Landwirt fährt in der zuletzt gezogenen Furche zurück, das erspart Leerfahrten. Klingt simpler, als es ist. Die Teilnehmer trainieren für ihren Einsatz bei Wettbewerben monatelang.
SWR-Reporter Frank Polifke hat 2024 Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft in Langenau (Alb-Donau-Kreis) beim Training beobachtet:
Großes Scheunenfest rund um den Pflüger-Wettbewerb
Los ging es in Schlatt am Randen am Sonntag nach einem Gottesdienst und einer feierlichen Schlepper-Parade. Rund um die Landesmeisterschaft fand ein dreitägiges Scheunenfest statt.
Die Hegau-Sieger sind beim Bundesentscheid dabei
Die Sieger und Zweitplatzierten aus beiden Kategorien nehmen an der Deutschen Meisterschaft kommendes Jahr im sächsischen Köllitsch teil. Neben Manßhardt und Hofmann sind das Moritz König, ebenfalls aus der Ortenau, und Lukas Jäkle aus Schlatt am Randen, der die Region Bodensee-Oberschwaben vertritt.
In Köllitsch wird sich dann entscheiden, wer für das Team Deutschland zur Europa- und Weltmeisterschaft fahren darf. Lukas Jäkle und Lukas Hofmann haben da schon Erfahrungen sammeln dürfen: Die beiden haben im Februar bei der EM in England teilgenommen. Beide hatten sich die EM-Teilnahme beim Bundesentscheid im vergangenen Jahr gesichert.
Nächste Weltmeisterschaft im September in Tschechien
Wer die besten Beet- und Drehpflüger der Welt sehen möchte, der ist am 5. und 6. September in Prag (Tschechien) richtig, da findet die diesjährige Weltmeisterschaft statt. In Deutschland wurden die Weltpflügermeisterschaften das letzte Mal 2018 ausgetragen, damals rund um das Hofgut Einsiedel in Kirchentellinsfurt (Kreis Tübingen).
So berichtete der SWR 2018 in der Landesschau: