Ärmel hochkrempeln, neue Aufgaben angehen - und das mit gerade mal 50 Jahren, im besten Manager-Alter also: Mathias Miedreich ist der neue Vorstandschef beim Auto-Zulieferkonzern ZF Friedrichshafen.
Er löst nach einem Beschluss des Aufsichtsrates den bisherigen Vorstandschef Holger Klein Anfang Oktober ab und steht damit an der Spitze des ZF-Konzerns mit einem Jahresumsatz von über 41 Milliarden Euro und über 150.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit.
Das Geschäft rund ums Auto hat Mathias Miedreich von der Pike auf gelernt: Nach dem Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Nürnberg-Erlangen arbeitete er als Manager unter anderem für die Zuliefer-Unternehmen Continental und Faurecia. Faurecia mit Sitz in Böblingen gilt als Hersteller nachhaltiger Fahrzeugsitze und sogenannten "Cockpits"; da geht es um die Innenraumgestaltung des Fahrzeuges.
Automobilzulieferer im Umbruch ZF Friedrichshafen trennt sich von Vorstandschef Holger Klein
Der Zulieferer ZF mit Sitz in Friedrichshafen wird sich von seinem Vorstandsvorsitzenden Holger Klein trennen. Ein Nachfolger steht schon fest.
Mathias Miedreich: Erfahrungen mit Elektromobilität
Und um Nachhaltigkeit hat sich Mathias Miedreich dann auch bei ZF gekümmert. Im Januar 2025 trat er dort in den Vorstand ein und verantwortete eine Zukunftstechnologie - die Elektromobilität.
Schon diese Aufgabe gestaltete sich alles andere als einfach: Der Hochlauf der Elektromobilität läuft bis heute längst nicht so schnell wie ursprünglich vorausgesagt. Dagegen stehen Investitionen in Milliardenhöhe, die ein Unternehmen wie ZF stemmen muss - Investitionen, die sich erst langfristig rechnen werden.
Auch der neue ZF-Chef hält an alten Sparplänen fest
Die neue Aufgabe als Vorstandsvorsitzender, die Miedreich übernommen hat, ist noch eine Spur anspruchsvoller: Der ZF-Konzern ist mit elf Milliarden Euro verschuldet. Umfangreiche Personalabbau-Pläne liegen nach wie vor auf dem Tisch.
Darüber hinaus sucht der ZF-Konzern einen Partner für die "Division E" mit der Antriebstechnologie und Investoren für den bereits herausgelösten Bereich "ZF LifeTec". ZF-Betriebsratsvorsitzender Achim Dietrich erklärte gegenüber dem SWR die grundsätzliche Bereitschaft zur guten Zusammenarbeit; das Verhältnis zwischen Betriebsrat und Miedreichs Vorgänger Klein gilt dagegen als zerrüttet.
Miedreich hob allerdings vor Monaten, als Vorstand für die Elektromobilität, in einem Interview mit der "Schwäbischen Zeitung" die Notwendigkeit hervor, weiter an einem Sparkurs festzuhalten: "Wir werden Dinge tun müssen, die wir eigentlich nicht tun wollen."