An der Unternehmens-Spitze der ZF Friedrichshafen gibt es einen Wechsel. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Holger Klein wird seinen Posten zum Ende des Monats räumen. Beschlossen hat das der Aufsichtrat bei einer außerordentlichen Sitzung am Donnerstag. Die Trennung erfolge einvernehmlich.
Auch Nutzfahrzeug-Chef Peter Laier geht. In seinem Fall gebe es "unterschiedliche Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung des Unternehmens", schreibt das Unternehmen.
Mathias Miedreich wird neuer ZF-Chef
Die Nachfolge an der Spitze des Automobilzulieferers steht schon fest: ZF beruft Mathias Miedreich zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Er gehört seit Januar 2025 dem Vorstand an und leitet bislang die Division für Elektrifizierte Antriebstechnologien.
Über die Nachfolge von Mathias Miedreich an der Spitze der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien und von Peter Laier als Chef der Divisionen Nutzfahrzeugtechnik und Industrietechnik will ZF zeitnah informieren.
Betriebsrat sieht Schritt als "überfällig" an
Ein Kurswechsel sei längst überfällig gewesen, kommentierte Achim Dietrich, Vorsitzender des ZF-Gesamtbetriebsrats, die Entscheidung. "Der Gesamtbetriebsrat steht für einen Schulterschluss mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden bereit, sofern Beschäftigte, Technologie und Kunden wieder im Mittelpunkt der ZF stehen", so Dietrich.
Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer kritisierte den Schritt. Er halte den Wechsel im ZF-Vorstand für einen großen Fehler, sagte Dudenhöffer dem SWR. Kleins Strategie, andere Investoren in das von der Stadt verwaltete Stiftungsunternehmen zu holen, sei im Prinzip richtig gewesen sei.
Der Vorsitzende der Zeppelin-Stiftung, Friedrichshafens Oberbürgermeister Simon Blümcke (parteilos), dankte Klein. Er habe ZF in herausfordernden Zeiten wirtschaftlich stabilisiert. Ähnlich äußerte sich der Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Breidenbach. Klein habe eine Strategie eingeschlagen, die man nun fortführen müsse.
Holger Klein war seit Januar 2023 Chef von ZF. Der Konzern steckt in einer Krise. Schlechte Umsätze und Milliardenschulden belasten das Unternehmen, das bis 2028 deutschlandweit 14.000 Stellen abbauen will. Bis Ende des Monats wollte die Unternehmensführung sich eigentlich mit den Arbeitnehmern auf weitere Einschnitte einigen. Zuletzt hatte ZF mehr als 150.000 Mitarbeiter weltweit.