Mit 750 Ausstellern und erwarteten 500.000 Besucherinnen und Besuchern gilt die Messe "IAA Mobility" als eine der größten Mobilitäts-Ausstellungen der Welt. Mit dabei sind auch mehrere Aussteller aus der Region Bodensee-Oberschwaben.
Das "Chassis 2.0" hat was von einem Science-Fiction-Film: Blaue und grüne Lichtbündel schießen nach vorne. Sie erinnern an Laserstrahlen. Ein Lenkrad oben und zwei Räder vorne deuten darauf hin, um was es geht: Um das intelligente und digital vernetzte Fahrwerk eines Zukunftsautos.
Peter Holdmann, im Vorstand des Auto-Zulieferkonzerns ZF Friedrichshafen für Fahrwerktechnik zuständig, erklärt auf der Messe "IAA Mobility" in München, um was es geht: Um die nächste Generation von Fahrwerktechnik, die mit digitalen Lenksystemen und elektronisch angesteuerten Stoßdämpfern Fahren sicherer und komfortabler macht.
Mit solchen Systemen will der Konzern punkten - denn: "So etwas braucht man sowohl in Elektro-Autos als auch in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor", so Holdmann, der im selben Augenblick auf die Uhr schaut: "Ich muss gleich zu einem chinesischen Hersteller!" Denn gerade Kunden aus China seien besonders interessiert an der ZF-Technologie.
Der Boom, den chinesische Autohersteller gerade erleben, löst große Ängste bei deutschen Marken wie Mercedes, Porsche und VW aus. "Wir dagegen profitieren von diesem Boom der chinesischen Hersteller", so ZF-Vorstand Peter Holdmann.
Die Biberacher „Bike-Box mit dem Dreh“
Das kleine Start-up Karuso aus Biberach zeigt auf der "IAA Mobility" die "Bike-Box mit dem Dreh" – eine innovative Technologie, mit der Fahrräder platzsparend geparkt werden können.
Die "Bike-Box" aus dem Oberschwäbischen sieht aus wie ein kreisförmiger Riesen-Kuchen, eine Art überdimensionaler Gugelhupf. Um eine Achse herum sind drehbar Boxen angeordnet, in denen Fahrräder eingehängt werden können. Zuschließen - und das Bike ist sicher geparkt, ohne dass dafür allzu viel Platz im öffentlichen Raum verloren geht.
"Wir finden es wichtig, dass es bei dieser Mobilitätsmesse nicht nur um Autos geht", sagt Karuso-Geschäftsführerin Anne-Maria Schmid, "das ist ja auch eine Messe für die neue Mobilität. Und da gehört Fahrradparken auch auf jeden Fall dazu."
Markdorfer Start-up ermöglicht mehr Sicherheit beim autonomen Fahren
Ebenfalls in einer Start-up-Fläche findet sich der kleine Stand der "Lake Fusion Technologies" aus Markdorf (Bodenseekreis). Was ins Auge fällt: Der schmucke Rennwagen des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT), mit dem die Studierenden an der "Formula Student" teilgenommen haben.
"Das Team haben wir mit unserer Software unterstützt", erklärt Vertriebsleiter Thomas Wichert. "Lake Fusion Technologies" ist ein Start-up, in dem sich Ingenieure, die einst bei High-Tech-Betrieben im Bodenseekreis beschäftigt waren, zusammengeschlossen haben, um etwas Neues zu wagen. In diesem Fall geht es um Sicherheits-Software für das autonome Fahren – "die verhindert, dass die autonomen Fahrassistenzsysteme Fehler machen", so Thomas Wichert.
Firma aus dem Kreis Biberach hofft auf neue Kontakte
Die "Motorworld Group" ist in Schemmerhofen im Kreis Biberach zuhause. Das Unternehmen hält Verkaufsflächen in ganz Europa bereit, um dort edle Luxusfahrzeuge auszustellen, erklärt Vertreterin Sybille Bayer. "Und unsere Standorte befinden sich in ganz Deutschland und dazwischen auch darüber hinaus, in Zürich beispielsweise oder auf Mallorca."
Eingerahmt von zwei schmucken Sportwagen der eher gehobenen Preisklasse erklärt sie die Motorworld- Philosophie: Die Show- und Verkaufsflächen werden eingerichtet und dann, wie in einem Franchise-System, an Interessenten vermietet. Auf der "IAA Mobility" in München hofft Sabine Bayer auf viele neue Kontakte.
Die Mobilitätsmesse in München dauert noch bis einschließlich Sonntag, 14. September. Die Aussteller aus dem Raum Bodensee-Oberschwaben sind allesamt auf dem Messegelände zu finden. Ein Teil der Messe spielt sich aber darüber hinaus auch in der Münchner Innenstadt ab.