In den Alpenregionen nahe des Bodensees herrscht derzeit große Lawinengefahr. Grund dafür sind unter anderem heftige Schneefälle und starke Winde. Gerade für Wintersportler ist deshalb laut der Vorarlberger Bergrettung erhöhte Vorsicht geboten. Die Schneemassen können sich auch auf den Bodensee auswirken.
Teilweise bis zu 26 Zentimeter Neuschnee in den Bergen
Wie die zuständigen Wetterdienste berichten, sind allein von Dienstag bis Mittwochmorgen auf dem Säntis in der Ostschweiz 20 Zentimeter Neuschnee gefallen. Im österreichischen Langen am Arlberg waren es sogar 26 Zentimeter. Auch die Allgäuer Alpen verzeichnen rund 15 Zentimeter Neuschnee.
Die Schneemassen erhöhen vielerorts die Gefahr durch Lawinen. In Vorarlberg und der Ostschweiz wurde deshalb für Gebiete über 1800 Meter Höhe die zweithöchste Lawinengefahrenstufe ausgerufen, Stufe vier. Auch in tieferen Lagen, wie den Allgäuer Alpen, herrscht gerade oberhalb der Waldgrenze eine erhebliche Lawinengefahr mit Stufe drei von möglichen fünf.
Snowboarder aus Baden-Württemberg stirbt bei Lawinenabgang
Am Mittwoch war ein 42 Jahre alter Snowboarder aus dem Landkreis Lörrach gestorben. Der Mann war mit seinem 15 Jahre alten Sohn im Skigebiet Sonnenkopf abseits gesicherter Pisten unterwegs. Er wurde von einer Lawine mitgerissen, die Rettungskräfte fanden ihn erst nach einstündiger Suche. Der Mann starb noch an der Unfallstelle. Insgesamt waren am Mittwoch bei zahlreichen Lawinenabgängen in Österreich drei Menschen ums Leben gekommen.
Angespannte Lage in den Alpen Sohn muss alles mit ansehen: Vater aus Freiburg stirbt bei Lawinen-Abgang - weiterer Skifahrer aus Ostalbkreis tot
Ein Skitourengeher aus dem Ostalbkreis und ein Snowboarder aus Freiburg wurden in Österreich von Lawinen erfasst und getötet. Die Lawinengefahr in den Alpen ist derzeit hoch.
Warum ist die Lawinengefahr aktuell so groß?
Nach Angaben der Bergrettung Vorarlberg ist die aktuelle Kombination aus Schneefall und starkem Wind besonders gefährlich. Die neu gebildeten Schneedecken seien durch die Verwehungen in hohem Maße anfällig für Rutschungen.
Doch auch der darunterliegende Altschnee sei aktuell instabil. Unter solchen Bedingungen reichen schon kleine Bewegungen, etwa durch einzelne Skifahrer oder Skiläufer, um eine Lawine auszulösen.
Für Wintersportler ist durch die Lawinengefahr Vorsicht geboten
Laut den Bergrettungen in Vorarlberg und der Ostschweiz ist deshalb gerade für Wintersportler äußerste Vorsicht geboten. Wer in den Bergen unterwegs ist, sollte gesicherte Bereiche wie Pisten oder Loipen nicht verlassen. Generell sollte man stets aufmerksam sein und auch auf kleine Warnsignale achten. Hierzu zählen Risse in der Schneedecke oder sogenannte Wumm-Geräusche, die oft vor einem Lawinenabgang zu hören sind.
Gerade für Ausflüge in ungesichertem Gelände ist eine Notfallausrüstung mit Lawinenverschüttetensuchgerät, Schaufel und Sonde ein "Must-have", erklärt die Bergrettung Vorarlberg. Das entscheide im Ernstfall über Leben und Tod.
Die starken Schneefälle können sich auf den Bodensee auswirken
Wie das baden-württembergische Institut für Seeforschung erklärte, kann sich eine große Menge Neuschnee auch auf den Wasserpegel des Bodensees auswirken. Durch die milden Winter würde bereits seit Jahrzehnten immer weniger Schnee in den Bergen liegen bleiben. Die Folge sind weniger Schmelzwasser und ein niedriger Wasserstand in den wärmeren Monaten.
Längere Phasen mit heftigem Schneefall in den Alpen könnten diesem Trend zumindest kurzfristig entgegenwirken.