Im Winter können Nässe, Kälte und Frost für obdachlose Menschen, die auf der Straße leben, lebensgefährlich werden. Deshalb gibt es in der Region Bodensee-Oberschwaben zahlreiche Hilfsangebote von Städten und caritativen Einrichtungen. Dazu zählen unter anderem Notschlafstellen, ein Wärmebus sowie Tagesstätten. Doch nicht alle Hilfsbedürftigen nehmen die Angebote auch an, es gibt noch freie Plätze in einigen Notunterkünften.
Der Dornahof der Diakonie in Ravensburg zum Beispiel bietet Notfallübernachtungsplätze für drei Männer und drei Frauen an. Dabei kooperiere man eng mit der Stadt, so die Leiterin der Ambulanten Hilfen, Gabriele Weiß, gegenüber dem SWR. Außerdem gebe es eine Tagesstätte, in der die Menschen sich aufwärmen, duschen, etwas essen und ihre Wäsche waschen könnten.
Noch freie Notfallplätze für Obdachlose zum Übernachten
Auch in Konstanz gibt es eine solche Tagesstätte. Betrieben wird sie von der AGJ Wohnungslosenhilfe, die sich im Kreis Konstanz um Obdach- und Wohnsitzlose kümmert. Außerdem haben die Malteser erstmals in diesem Winter in Konstanz einen Kältebus im Einsatz. Und die Stadt hält 35 Plätze zum Erfrierungsschutz vor. Aktuell sind laut Stadt zwölf Plätze frei.
In Friedrichshafen gibt es ein Notzimmer. Hilfesuchende können sich an die Stadtverwaltung oder außerhalb der Bürozeiten an die Polizei wenden. Außerdem hat Friedrichshafen die "Herberge", eine Einrichtung der katholischen Kirche. Dort gibt es keine Notschlafstellen, aber eine Tagesstätte sowie reguläre Wohnplätze für ehemalige Obdachlose. Die 24 Zimmer der "Herberge" seien derzeit alle belegt, so Leiterin Stefanie Leonhardt.
Schnee, Nässe und Kälte lebensgefährlich für Menschen auf der Straße
Die Tagesstätte in Friedrichshafen will wegen der aktuellen Wetterverhältnisse ihre Öffnungszeiten in den nächsten vier Wochen erweitern und auch sonntags einen Raum zum Aufwärmen anbieten. Denn die Lage sei angesichts von Schnee und Nässe für viele Obdachlose besonders prekär, sagt Stefanie Leonhard.
Es geht für einige Obdachlose jetzt ums Überleben.
Leonhard appelliert, die Augen offen zu halten nach Menschen, die offensichtlich auf der Straße leben. Man solle ihnen Hilfe anbieten und im Zweifel auch Polizei oder Rettungsdienst verständigen, wenn es dem oder der Betroffenen nicht gut gehe.
Lieber auf der Straße als in einer Notunterkunft
Doch nicht jede Hilfe ist erwünscht. Trotz des Wetters übernachten immer noch viele Betroffene lieber draußen, als in eine Notunterkunft zu gehen. Das beobachten auch Streetworker in Vorarlberg. In Bregenz und Feldkirch zum Beispiel, so berichtet es der ORF, gibt es immer noch freie Plätze in den Notschlafstellen.