Spieleverlag aus Oberschwaben

Sammelkarten-Hype flacht ab: Ravensburger macht weniger Umsatz

Nach Jahren des Wachstums verzeichnet der Spielehersteller Ravensburger einen Umsatzrückgang. Mit seinem Kerngeschäft ist das Unternehmen aber zufrieden.

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Von Autor/in Theresia Blömer

Der Ravensburger Spieleverlag hat im vergangenen Jahr weniger Umsatz gemacht. Das teilte das Unternehmen auf der Nürnberger Spielwarenmesse mit. Der Verkaufserlös sank auf rund 744 Millionen Euro - knapp sechs Prozent weniger als im Vorjahr.

Das Kerngeschäft rund um Spiele, Puzzles und Bücher sei gut gelaufen, heißt es vom Unternehmen. Einen Rückgang gab es aber beim Geschäft mit Sammelkarten. Ravensburger hatte in den Jahren zuvor ein enorm gutes Geschäft mit den Sammelkarten Disney Lorcana gemacht.

Sammelkarten bleiben wichtige Säule im Portfolio von Ravensburger

Nach einer extrem erfolgreichen Startphase, so heißt es vom Spielehersteller, sei die Nachfrage jetzt zurückgegangen. "Der anfängliche Hype hat sich auf einem hohen Niveau normalisiert", so das Unternehmen. Man setze weiter auf Sammelkarten als "langfristiger Säule im Ravensburger Produktportfolio".

Das blaue Dreieck, Markenzeichen von Ravensburger, am Firmengebäude der Unternehmensgruppe in Ravensburg.
Das blaue Dreieck, Markenzeichen von Ravensburger, am Firmengebäude der Unternehmensgruppe in Ravensburg: Das Unternehmen hat im Jahr 2025 weniger Umsatz gemacht.

Der gesamte Spielwarenmarkt in Deutschland befindet sich der Branche zufolge in einer schwierigen Lage - es gibt immer weniger Kinder. Ravensburger setzt deshalb auch auf Erwachsene als Zielgruppe. Das Unternehmen spricht von einem Trend, von dem im vergangenen Jahr Produkte wie 2D-Puzzles für Erwachsene und Kartenspiele profitiert hätten.

Ravensburger macht trotz Zöllen gute Geschäfte in den USA

Eine Rolle spielt für Ravensburger auch das internationale Geschäft: "Trotz widriger Handelsbedingungen wie vielfach neuen Zollbestimmungen konnten wir in den USA und Kanada überdurchschnittlich gut um 11 Prozent wachsen", sagte Vertriebsvorständin Susanne Knoche. Auch in Osteuropa - Tschechien, Polen und der Slowakei - habe man mit einem Plus von 12 Prozent zugelegt.

2.500 Beschäftigte in Ravensburg und in einem Werk in Tschechien haben den Umsatz von rund 744 Millionen Euro erwirtschaftet. Zuletzt war bekannt geworden, dass Ravensburger Stellen abbaut - in einem niedrigen zweistelligen Bereich, wie das Unternehmen auf der Spielwarenmesse in Nürnberg erklärte.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Theresia Blömer
SWR-Redakteurin Theresia Blömer Autorin Bild
Onlinefassung
Florian Peking
SWR-Redakteur Florian Peking Autor Bild

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