Aufwendige Hangsicherung

Nach tödlichem Zugunglück bei Riedlingen: Strecke wird erst später wieder frei

Eigentlich sollte der Bahnverkehr nach dem schweren Zugunglück bei Riedlingen Anfang November wieder planmäßig laufen. Offenbar sind die Arbeiten aber aufwendiger als gedacht.

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Ende Juli kam es auf der Bahnstrecke bei Riedlingen (Kreis Biberach) zu einem schweren Bahnunglück mit drei Toten und Dutzenden Verletzten. Derzeit laufen die Erneuerungsarbeiten, um die Strecke dort wieder instand zu setzen. Wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn dem SWR sagte, wird sich die Freigabe der Strecke zwischen Munderkingen (Alb-Donau-Kreis) und Herbertingen (Kreis Sigmaringen) für den Zugverkehr allerdings verzögern.

Nach Zugunglück bei Riedlingen: Reparatur an Bahn-Strecke dauert länger

Ursprünglich war die Freigabe zum Ende der Herbstferien mit Schulstart am 3. November geplant. Nun rechnet die Bahn damit, dass die Züge erst Mitte Dezember wieder fahren können. Bis dahin verkehren auf dem betroffenen Streckenabschnitt Ersatzbusse. Wie die Bahn-Sprecherin weiter mitteilte, seien "für eine nachhaltige Hangsicherung zusätzliche Maßnahmen notwendig". Das haben Messungen von Gutachtern ergeben, so das Unternehmen.

Wegen der Sanierungsarbeiten nach dem Zugunglück bei Riedlingen sind Gelenkbusse im Ersatzverkehr im Einsatz.
Wegen des Ersatzverkehrs verlieren die Bahnkunden derzeit etwa eine halbe Stunde auf der Strecke zwischen Riedlingen und Munderkingen. (Archivbild)

Die Bahn will die Gleise an der Unfallstelle auf einer Länge von rund 300 Metern erneuern. Damit verbunden sei der Austausch von fast 700 Metern Schienen und rund 500 Betonschwellen. Auch Signalkabel müssen laut Unternehmen ausgetauscht werden. Eine Oberleitung gibt es dort nicht, da die Strecke nicht elektrifiziert ist. Der entgleiste Triebwagen wurde mit Diesel betrieben.

Drei Tote nach Zug-Unglück bei Riedlingen

Ursache für den Unfall war wohl eine abgerutschte Böschung. Kurz vor dem Unglück hatte es ein schweres Unwetter mit Starkregen in der Region gegeben. Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass dadurch der Zug entgleiste. Mehrere Waggons verkeilten sich ineinander. Der erste Wagen wurde eine Böschung hinauf geschoben und prallte gegen einen Baum, wobei die Front abriss. Der genaue Hergang und wird weiter untersucht.

Es starben der Lokführer, ein Auszubildender der Bahn sowie eine 70 Jahre alte Reisende. 36 Fahrgäste wurden zum Teil schwer verletzt. Schon die Bergungsarbeiten gestalteten sich aufgrund des unwegsamen Geländes schwierig und dauerten länger als zunächst erwartet. 

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SWR

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