Der Festungsgürtel Kreuzlingen im Kanton Thurgau: Ursprünglich als "Bollwerk gegen den Feind" errichtet, umfasst er heute noch immer fast 60 erhaltene Bunker. Anlässlich des "Tag des offenen Bunkers" konnten Interessierte am Samstag einige von ihnen besichtigen und mehr über die Geschichte des historischen Festungsgürtels erfahren.
Der Festungsgürtel Kreuzlingen: Ursprünglich rund 85 Bunker
Der Festungsgürtel ist 11,5 Kilometer lang und führt von Triboltingen über die bewaldeten Höhen des Seerückens nach Lengwil bis schließlich nach Bottighofen. Ursprünglich umfasste er rund 85 Bunker.
"An manchen Stellen kommt alle 300 Meter ein Bunker", so Robert Schneider, Vizepräsident des Vereins Festungsgürtel Kreuzlingen. Nicht alle davon seien bewaffnet gewesen: Nur rund die Hälfte der Bunker des Festungsgürtels waren Infanteriebunker, ausgestattet mit Maschinengewehren und Panzerabwehrkanonen.
Die restlichen Bunker dienten unter anderem als Mannschaftsunterstände, in denen die Soldaten im Fall eines Angriffs Schutz suchen konnten. Ergänzt wurden die Bunker durch Infanterie- und Panzerhindernisse, Kommando- und Beobachtungsposten sowie Depots für Munition und Material.
Rund 60 Bunker noch erhalten
Von den rund 85 Bunkern sind noch rund 60 heute erhalten, davon zwei Drittel Infanteriebunker. Zu den erhaltenen Bunkern zählen etwa der Schindler Bunker "Zuckerhut" am Lengwiler Weiher, ein Bunker an einer Straße in Bottighofen und ein Bunker am Lengwiler Bahnhof.
Manche von ihnen sind dabei schwer zu entdecken, etwa der Dorfbunker in Bottighofen: Wie ein Wohnhaus getarnt gliedert er sich in das Dorfbild ein.
Nur wenige Bunker noch ausgerüstet
Von den erhaltenen Bunkern sind allerdings nur noch wenige ausgerüstet. "Die anderen sind kastriert, da wurde alles mit der Trennscheibe betonbündig abgetrennt", bedauert Schneider. Aus Vorsicht, damit kein Kriegsmaterial in fremde Hände gelangen könne, habe man die meisten Bunker ausgeräumt.
Lediglich in drei der Bunker können Besucherinnen und Besucher das Innenleben noch im Originalzustand sehen. Zwei Infanteriebunker zeigen historische militärische Ausrüstung, ein Kommandobunker eine Führungszentrale.
Festungsgürtel: "Bollwerk gegen den Feind"
Der Festungsgürtel Kreuzlingen wurde ab 1935 geplant und 1937 zum Schutz vor deutschen Feinden gebaut. "Der Festungsgürtel ist ein spezieller Gürtel", erklärt Robert Schneider. "Die Deutschen hatten schon Land auf der Südseite des Rheins und des Bodensees, deshalb hat man Kreuzlingen mit dem Gürtel besonders stark geschützt."
Im Kalten Krieg wurde der Festungsgürtel umgerüstet und bis etwa 1995 militärisch genutzt. Heute kümmert sich der Verein Festungsgürtel Kreuzlingen um den Erhalt der verbliebenen Anlagen.