Im Jahr 2025 sind weniger Passagiere mit der "Weißen Flotte" auf dem Bodensee unterwegs gewesen als im Vorjahr. Das teilten die Vereinigten Schifffahrtsunternehmen (VSU) mit. Die Verantwortlichen aus Deutschland, Vorarlberg und der Schweiz hoffen in diesem Jahr auf mehr Fahrgäste. Ab Karfreitag sind die Schiffe auf dem Bodensee wieder unterwegs.
Insgesamt rund 2,8 Millionen Passagiere sind im vergangenen Jahr mit den Kursschiffen auf dem Bodensee gefahren - 2,5 Prozent weniger als 2024. Ein leichtes Plus verzeichneten allein die deutschen Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB). Sie beförderten rund 1,75 Millionen Passagiere.
Wetter, Quagga-Muschel, ÖPNV: Viele Herausforderungen für "Weiße Flotte"
Herausforderungen waren unter anderem der ungewöhnlich niedrige Wasserstand zu Beginn der Saison und ein verregneter Juli. Die Schifffahrt auf Untersee und Rhein kämpfte zusätzlich mit massiven Ablagerungen von Quagga-Muscheln in der Fahrrinne.
Durch das Deutschlandticket sei außerdem die Konkurrenz durch Bus und Bahn gewachsen, hieß es seitens der Bodensee-Schiffsbetriebe. Die Gäste würden verstärkt den ÖPNV nutzen, da sie das Ticket dazu oft schon in der Tasche hätten, sagte der BSB-Chef Norbert Reuter. Trotzdem bleibt die Schifffahrt aus seiner Sicht eine "starke Mobilitäts- und Erlebnisform".
Immer weniger E-Bike-Fahrer nutzen die Schiffe auf dem Bodensee
Wo die Verantwortlichen ebenfalls Nachholbedarf sehen: bei E-Bike-Fahrern. Zwar gebe es von ihnen am Bodensee viele, sagte Frank Weber, einer der Geschäftsführer der BSB. "Davon profitieren bisher aber nur die seequerenden Verbindungen", so Weber. Im sogenannten Längsverkehr seien nur wenige E-Bike-Fahrer auf Schiffen unterwegs. Das liege daran, dass sie mit ihren E-Bikes selbst weite Strecken zurücklegen könnten, berichtete er.
Sorgen bereiten den Bodensee-Schiffsbetrieben laut Frank Weber die gestiegenen Kosten für Treibstoff. Für dieses Jahr habe man sich noch mit einem sogenannten Mengenpreis abgesichert. "Das heißt, wenn der Preis jetzt enorm steigt, sind wir finanziell für dieses Jahr noch auf der sicheren Seite", so Weber. Aber der Vertrag laufe aus. "Und was dann passiert, wissen wir nicht. Die aktuelle Entwicklung treibt uns schon die Sorgenfalten auf die Stirn", sagte er.