Als Kind von Ordensfrauen versteckt

Überlebende der NS-Euthanasie-Morde hochbetagt in Stiftung Liebenau gestorben

Alexandrina Wolf überlebte die Euthanasie-Morde der Nationalsozialisten. Ordensfrauen hatten sie in der Stiftung Liebenau versteckt. Nun ist sie hochbetagt gestorben.

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Von Autor/in Bernhard Hentschel

Sie war eine der letzten Überlebenden der nationalsozialistischen Euthanasie-Politik. Alexandrina Wolf entkam als Kind nur knapp der Mordaktion der Nazis. Nun ist im Alter von 98 Jahren in Liebenau gestorben.

Viele Bewohnerinnen und Bewohner der Stiftung Liebenau wurden im sogenannten "Dritten Reich" ermordet. Systematisch brachten die Nationalsozialisten Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung um. Sie galten ihnen als "unwertes Leben".

Ordensfrauen versteckten die Kinder im Keller

1940 begannen die Nationalsozialisten, Bewohner, die in den Einrichtungen der Stiftung betreut wurden, zu deportieren. Insgesamt 501 Menschen aus der Stiftung Liebenau wurden im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“ ermordet. Alexandrina Wolf überlebte die Mordaktion, weil Ordensschwestern sie und andere Kinder im Keller versteckt hatten.

Als kleines Mädchen war Alexandrina Wolf in die Stiftung Liebenau gekommen. Vorher war sie bei Pflegefamilien untergebracht. Denn ihre Mutter konnte sich nicht um sie und ihre Geschwister kümmern. Nach dem Krieg verbrachte Alexandrina Wolf ihr ganzes Leben in der Stiftung Liebenau.

Es gibt nur noch einen Zeitzeugen der Euthanasie-Morde in Liebenau

Mit 98 Jahren ist sie nun hochbetagt gestorben. 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs sind nur noch wenige Verfolgte aus der Zeit des Nationalsozialismus am Leben. In der Stiftung Liebenau gibt es nun nur noch ein Zeitzeugen, den 92 Jahre alten Johann Rieg.

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