Klimawandel verändert Landwirtschaft

Wassermelonen vom Bodensee: Bauern testen Anbau

Vor allem aus Südeuropa kommen die Wassermelonen, die es in der Region zu kaufen gibt. Vereinzelt wagen sich aber auch heimische Bauern an den Anbau.

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Von Autor/in Christina Koppenhöfer

Die meisten Wassermelonen in der Region stammen aus Spanien, Italien oder Ungarn. Doch auch heimische Bauern experimentieren vereinzelt mit der süßen Frucht. Erste Versuche zeigen: Der Anbau ist nicht leicht - er bringt aber auch neue Möglichkeiten mit sich.

Süß, saftig und zweieinhalb Kilo schwer: Wassermelonen aus Überlingen

Thomas Rösch aus Überlingen (Bodenseekreis) hat in diesem Jahr zum ersten Mal Wassermelonen angebaut. Auf 1.000 Quadratmetern Fläche erntete er rund 1.500 Kilo. Der Landwirt lobt: "Süß, saftig und schwer" seien sie gewesen. Eine Melone wog rund zweieinhalb Kilo. Wirtschaftlich habe sich der Versuch aber noch nicht gelohnt.

Grund dafür war das wechselhafte Sommerwetter: Ein Kälteeinbruch Ende August verhinderte eine frühere Ernte. Einige Pflanzen konnte Rösch deshalb erst Mitte September vom Feld holen - zu einem Zeitpunkt, an dem in Deutschland fast niemand mehr Wassermelonen kauft.

Trotzdem will er weitermachen: Mit einem früheren Pflanztermin im Mai hofft Rösch, im nächsten Jahr schon im Juli erste Melonen ernten zu können, wenn die Nachfrage noch hoch ist.

Fünf Jahre Erfahrung mit Wassermelonen

Patrick Kaiser aus Tettnang (Bodenseekreis) beschäftigt sich schon seit fünf Jahren mit dem Melonenanbau. In diesem Sommer pflanzte er rund zehn Sorten, auch Wassermelonen. Einige Hundert konnte er ernten.

"Die Kunst ist, dass sie wirklich reif werden müssen", erklärt er. Empfindlich seien die Pflanzen vor allem bei späten Kälteeinbrüchen. Im Vergleich zu Honig- oder Zuckermelonen hätten sich Wassermelonen aber erstaunlich robust gegenüber Regenphasen gezeigt.

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Kaiser züchtet die Früchte vor allem für Saatgut. Er weiß: Der Anbau von Wassermelonen in der Region wird immer beliebter. "Landwirte und Hobbygärtner fragen immer öfter nach Samen. Die meisten Menschen wissen aber bisher gar nicht, dass ein Anbau hier funktionieren kann."

Reichenau hat Anbau von Wassermelonen eingestellt

Ganz anders sieht es auf der Gemüseinsel Reichenau (Landkreis Konstanz) aus: Vor zwei Jahren haben die Landwirte hier den Anbau von Wassermelonen eingestellt. Es sei schwierig, die Melonen so zu produzieren, dass sie mit ausländischer Qualität mithalten können, so ein Sprecher. Ein neuer Versuch sei deshalb derzeit nicht geplant.

Klimawandel verändert die Landwirtschaft

Trotz der Schwierigkeiten sehen Rösch und Kaiser Perspektiven. Wassermelonen brauchen wenig bis kein Wasser, vertragen Hitze gut und könnten in zunehmend heißen Sommern besser gedeihen.

"Als Pflanzenzüchter bin ich immer interessiert, den Wandel mitzumachen", so Patrick Kaiser aus Tettnang. Ernährung sei in einem stetigen Wandel. Er findet: "Wir müssen jetzt testen, welche Arten künftig gut wachsen können."

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Christina Koppenhöfer
SWR-Reporterin Christina Koppenhöfer Autorin Bild

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