Auf dem Campingplatz in Gohren bei Kressbronn ging Mitte Oktober die Saison zu Ende. Und doch treibt die Sehnsucht nach "dem Gohren", wie der größte Campingplatz am See von Einheimischen und Besuchern liebevoll genannt wird, viele Camper im Winter auf den Platz.
Campingfans pilgern nach Gohren bei Kressbronn
Die Saisoncamper mussten ihre Wohnwagen und Wohnmobile entfernen, da der Uferbereich am Bodensee Naturschutzgebiet ist. Dauercamper dürfen nur noch für Tagesbesuche auf den Platz. Dieser wirkt in den Wintermonaten gespenstisch ruhig.
Ich genieße auch die Zeit im Sommer, wo hier viele Leute liegen und viele Urlauber da sind. Jede Jahreszeit hat seinen eigenen Flair.
Der Campingplatz sei auch im Winter wunderschön, eigentlich zu jeder Jahreszeit, schwärmt Dauercamper Marian während er den Sonnenaufgang am Seeufer genießt. Sein Wohnwagen ist im hinteren Bereich des Campingplatzes und musste deshalb im Herbst nicht abtransportiert werden. Zur Zeit seien auf dem Platz kaum noch Leute da.
Weihnachtsfeier im Bodenseehinterland statt Grillparty "auf dem Gohren"
Um die Durststrecke bis zur Saisoneröffnung Ende März zu überbrücken, treffen sich andere Camper ganz einfach bei sich zu Hause. Wie Michael aus Aulendorf. Er lädt seine Campingfreunde vom Bodensee schon seit acht Jahren regelmäßig zu einer großen Weihnachtsfeier mit viel Beleuchtung, Glühmost und einem am offenen Feuer gekochten Gulasch ein.
Carsten und Nicole sind extra aus Rutesheim bei Leonberg angereist. Sie sind in Gohren Michaels Nachbarn. Andy und Lena wohnen in Aulendorf direkt neben Michael und sind auch in Gohren seine Nachbarn. Enger geht es kaum, doch wenn die Freundschaft passt, sei das ideal, betont die Campinclique.
Fester Mitarbeiterstamm arbeitet im Winter weiter
In Gohren, sind die Saisonkräfte zwar in der Winterpause, doch der feste Mitarbeiterstamm arbeitet weiter.
Wir haben Straßen geteert, wir haben renoviert und planen einen überdachten Outdoor-Fitness-Platz
Ob der größte Campingplatz am Bodensee in der vergangenen Saison die magische 100.000-Besucher-Grenze geknackt hat, will Frey nicht verraten. 2025 sei von ein Paar Regenperioden jedenfalls deutlich besser gelaufen als das Jahr zuvor. Damals hatte Hochwasser und eine mehrwöchige Mückenplage dem Bodensee-Tourismus zu Schaffen gemacht.
Einsames Badevergnügen bei 7 Grad Wassertemperatur
Von den kalten Temperaturen lässt sich Heide-Marie Weyer sich nicht beeindrucken. Die Kressbronnerin genießt auch im Winter das klare Bodensewassser und geht fast täglich am Strand von Gohren schwimmen. "Da werden Endorphine ausgeschüttet und das Rheuma verschwindet", erklärt Weyer.
Auch der Teamleiter der Campingplatz-Mitarbeiter Dirk Marciniak ist gerne am Strand, um nach der Arbeit den Sonnenuntergang zu genießen. Obwohl die Sommersaison sehr stressig gewesen sei, freue er sich auf den Frühling.
Kurz ist man froh, dass man es hinter sich hat und dann kommt aber ganz schnell wieder die Lust auf den Trubel, auf die Gäste und das sommerliche Treiben.
Die Einsamkeit sei erholsam, aber auch einsam. Mit Gästen sei der Campingplatz Gohren schon schöner, so Marciniak. Die Gohren-Mitarbeiter freuen sich gemeinsam mit ihren Gästen auf die neue Saison. Der Campingplatz Gohren öffnet Ende März wieder seine Pforten.