Die private Zeppelin-Universität (ZU) in Friedrichshafen baut bis zu 20 Stellen ab. Die Hochschule ist seit Jahren finanziell angeschlagen und muss deshalb sparen.
Rund 250 Menschen arbeiten aktuell an der Zeppelin-Universität. Bis zu acht Prozent von ihnen müssen mit einer betriebsbedingten Kündigung rechnen, wie der Kanzler der ZU, Thomas Brandt, heute mitteilte. "Wir bedauern diesen Schritt zutiefst", so Brandt.
Stadt muss Universität mit Millionenbeträgen stützen
Hintergrund der Sparmaßnahmen: Wie viele andere Hochschulen im Land hat die Zeppelin-Uni mit sinkenden Studierendenzahlen zu kämpfen. 2017 waren noch rund 1.000 Menschen in Friedrichshafen eingeschrieben, aktuell sind es nur noch etwa 600.
Das hat finanzielle Folgen - auch für die Stadt Friedrichshafen. Sie stützt die private Uni seit Jahren mit Millionenbeträgen. Der Gemeinderat will die Hochschule zwar langfristig erhalten, verlangt aber strukturelle Reformen.
Eine Folge dieser Neuausrichtung war es, dass die ZU wenig beliebte Studiengänge eingestellt hat: Zwei Bachelor- und vier Masterstudiengänge wurden gestrichen, da sie nur noch wenig nachgefragt waren - zum Beispiel im Bereich Kultur. Drei Bachelor- und drei Masterstudiengänge gibt es weiterhin.
Neue Angebote an der Universität sollen Studierende anlocken
"Das ganze Studiengangsportfolio wurde ordentlich gestrafft, damit es mehr Übersichtlichkeit gibt", sagte die kommissarische Präsidentin der Universität Anja Achtziger. In der Folge braucht die Hochschule weniger Personal - sowohl in der Lehre als auch in der Verwaltung. Insgesamt will man pro Jahr etwa drei Millionen Euro einsparen.
Um wieder mehr Studierenden anzulocken, setzt die Uni aber auch auf neue Studiengänge. So ist etwa ein neuer Masterstudiengang im Bereich Psychologie geplant. Das Ziel: In den nächsten fünf Jahren soll sich die Zahl der Studierenden von aktuell 600 auf 800 erhöhen.