Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist im vergangenen Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer am Dienstag in Wolfsburg mit. Der Umsatz sank um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro.
Im Schlussquartal schnitt VW dabei aber wieder besser ab als in den ersten neun Monaten. Im dritten Quartal war der Konzern noch tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbucht. Grund waren vor allem die Belastungen bei der Tochter Porsche wegen des Strategie-Schwenks zur Verbrenner-Verlängerung, die auf die Konzernmutter durchschlugen. Hinzu kamen Milliardenbelastungen aus den US-Zöllen.
90 Millionen statt 5,3 Milliarden: Porsche verdient kaum noch Geld
Die einstige Ertragsperle Porsche verdiente 2025 im Autogeschäft operativ nur noch 90 Millionen Euro. 2024 waren es noch 5,3 Milliarden Euro gewesen. Erst vor wenigen Wochen hatte der Stuttgarter Sportwagenbauer bekannt gegeben, im vergangenen Jahr weltweit zehn Prozent weniger Autos als noch 2024 ausgeliefert zu haben.
Porsche selbst hatte das Minus mit Modellwechseln, Angebotslücken bei einzelnen Baureihen, einer bewusst zurückhaltenden Verkaufsstrategie und dem Verzicht auf Rabatte erklärt. Gleichzeitig verweist der Konzern auf Auslieferungs-Rekorde beim 911er und auf den wachsenden Anteil elektrifizierter Fahrzeuge.
Gewinn bei VW eingebrochen - Milliardenbelastungen durch US-Zölle
"Das Jahr 2025 war geprägt von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität", sagte VW-Finanzvorstand Arno Antlitz laut Mitteilung. Vor Sondereffekten und US-Zöllen hätte das operative Ergebnis aber bei 17,7 Milliarden Euro gelegen, was eine Marge von 5,5 Prozent bedeutet hätte. Laut Betriebsrat belastetet allein Porsches Strategie-Schwenk die Konzernbilanz mit fast 5 Milliarden Euro. Mit rund 3 Milliarden schlugen die US-Zölle zu Buche.
Bei den Verkäufen war der Konzern 2025 knapp unter die Marke von neun Millionen gerutscht: Weltweit lieferte der Konzern 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus, 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Europa legte der Konzern zwar zu. Das konnte Rückgänge in China und Nordamerika aber nicht ausgleichen. Speziell bei Porsche war das China-Geschäft 2025 zurückgegangen - dort brachen die Auslieferungen sogar um 26 Prozent ein.
50.000 Jobs fallen bei Volkswagen bis 2030 weg
Indes bekräftigte der VW-Konzern das Ziel, bis 2030 Zehntausende Jobs zu streichen. "In Summe sollen im Volkswagen Konzern bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen", heißt es dazu im Geschäftsbericht des Konzerns. Das sind mehr als bisher geplant. 35.000 Stellen fallen allein bei der Kernmarke Volkswagen weg. Weitere kommen bei Audi und Porsche hinzu: Bei Audi sollen bis 2029 bis zu 7.500 Stellen wegfallen, bei Porsche nach bisherigen Plänen 3.900 Stellen inklusive Leiharbeitern. Der Abbau soll vor allem über Altersteilzeit und Abfindungen erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden dabei ausgeschlossen.
Für 2026 strebt der Konzern wieder mehr Profitabilität an. Die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern soll sich in diesem Jahr auf 4,0 bis 5,5 Prozent erholen. Vergangenes Jahr war sie um 3,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent abgerutscht. Beim Umsatz peilt der Konzern null bis drei Prozent Zuwachs an.
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