So kann man sich schützen

Hautkrebs-Diagnosen in BW ungleich verteilt: Welche Regionen am stärksten betroffen sind

Die Anzahl der Hautkrebs-Diagnosen steigt. Doch nicht alle Kreise in Baden-Württemberg sind gleich stark betroffen. Woran das liegen könnte.

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Von Autor/in Luca Mader

Die Zahl der Menschen, die in Baden-Württemberg mit Hautkrebs diagnostiziert werden, steigt. Doch nicht alle Kreise in Baden-Württemberg sind gleich stark betroffen. Die meisten Menschen, die an hellem Hautkrebs erkrankt sind, gab es 2023 im Landkreis Heilbronn - dort waren es 4,3 Prozent der Bevölkerung.

Das geht aus dem AOK-Gesundheitsatlas hervor, in dem durch ein Hochrechnungsverfahren Daten für die gesamte Bevölkerung ermittelt werden. Als erkrankt gelten Menschen, denen in den vergangenen zehn Jahren eine entsprechende Krebsdiagnose attestiert wurde. Berücksichtigt werden Menschen ab einem Alter von 30 Jahren.

Deutliche Unterschiede zwischen Regionen

Der Landkreis Heilbronn ist allerdings nicht der einzige, in dem überdurchschnittlich viele Hautkrebspatienten leben. Dicht dahinter reihen sich die Kreise Esslingen (4,08 Prozent), der Hohenlohekreis (4,06 Prozent), die Stadt Heilbronn (4,02 Prozent) und der Landkreis Böblingen (3,93 Prozent) ein. Sie liegen damit deutlich über dem baden-württembergischen Durchschnittswert von 3,24 Prozent.

Auf der anderen Seite gibt es Regionen, in denen nur sehr wenig Menschen an hellem Hautkrebs erkrankt sind. Am seltensten wurde die Diagnose in der Stadt Mannheim gestellt, hier sind nur 2,02 Prozent der Menschen erkrankt. Auch in den Städten Heidelberg (2,20 Prozent), Freiburg (2,26 Prozent), Konstanz (2,41 Prozent) und Heidenheim (2,63 Prozent) leiden verhältnismäßig wenig Menschen an hellem Hautkrebs. Die Landeshauptstadt Stuttgart reiht sich mit 2,77 Prozent ebenfalls im unteren Drittel ein.

Schwarzer Hautkrebs ist viel seltener

Doch nicht nur der helle, sondern auch der deutlich aggressivere schwarze Hautkrebs ist ungleich im Land verteilt. Insgesamt tritt er aber viel seltener auf - im Schnitt sind nur 0,5 Prozent der Bevölkerung Baden-Württembergs an dieser Krebsart erkrankt. Am häufigsten tritt er im Kreis Esslingen auf (0,69 Prozent). Auf ihn folgen die Landkreise Rems-Murr (0,64 Prozent), Biberach (0,62 Prozent), Reutlingen (0,61 Prozent) und Böblingen (0,60 Prozent).

Im Gegensatz dazu sind die Menschen in Freiburg vergleichsweise selten betroffen - nur 0,3 Prozent sind hier an schwarzem Hautkrebs erkrankt. Unterdurchschnittlich oft kommt die Krankheit auch in den Städten Heidelberg (0,32 Prozent), Mannheim (0,33 Prozent), Karlsruhe (0,37 Prozent) und Stuttgart (0,39 Prozent) vor. 

Welche Gründe es für die Hautkrebs-Verteilung geben könnte

Bei einem kurzen Blick auf diese Daten könnte man daraus schließen, dass Menschen in ländlicheren Regionen häufiger an Hautkrebs erkranken. Das allein auf diesen Faktor zurückzuführen sei aber nicht sinnvoll, weil die Verteilung von Erkrankungen oft mehrere Gründe habe, sagt ein Sprecher der AOK Baden-Württemberg auf Nachfrage des SWR. "Unterschiedliche regionale Verteilungen sehen wir bei vielen Erkrankungen", so der Sprecher.

Trotzdem gebe es mögliche Ansätze, um die Hautkrebs-Verteilung in Baden-Württemberg zu erklären. So werde Hautkrebs häufiger im höheren Alter diagnostiziert - laut Zahlen des Instituts der Deutschen Wirtschaft ist die Bevölkerung auf dem Land im Durchschnitt älter als in der Stadt. "Möglich wäre auch eine andere Freizeitgestaltung und andere Berufe verbunden mit häufigeren Aufenthalten draußen bei der Landbevölkerung", so der AOK-Sprecher. Denn wer sich häufiger UV-Strahlen aussetze, habe ein erhöhtes Hautkrebsrisiko.

Hautkrebs: Das steckt hinter der Krankheit

Ärztinnen und Ärzte unterscheiden zwei Arten von Hautkrebs, den hellen und den schwarzen. Der Erstere könne meistens operativ entfernt werden, sagt Sebastian Wohlfeil, Oberarzt am Hauttumorzentrum der Uniklinik Mannheim auf Nachfrage des SWR. "Der schwarze Hautkrebs hingegen ist wesentlich aggressiver und kann auch schon frühzeitig Organmetastasen ausbilden", so der Mediziner.

Beide Krebs-Arten werden vor allem durch eine hohe UV-Belastung ausgelöst. Diese kann das Erbgut von Hautzellen so stark beschädigen, dass die Zellen ihre Reparaturprozesse nicht mehr zuverlässig ausführen. In der Folge können sie sich unkontrolliert teilen und bösartig verändern - es entsteht Hautkrebs.

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Wie sich Hautkrebs erkennen lässt

Hautkrebs lässt sich unter Umständen schon mit dem bloßen Auge erkennen. Beim hellen Hautkrebs treten oft wachsartige Knötchen, schuppende Stellen oder nicht heilende Wunden auf. Beim gefährlicheren schwarzen Hautkrebs verändern sich oft Muttermale.

Um solche bösartigen Veränderungen zu erkennen, empfiehlt das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg die "ABCDE-Regel". Anhand der Buchstaben kann man sich die Merkmale eines bösartig veränderten Muttermals merken:

  • Asymmetrie: Ein Muttermal ist ungleichmäßig geformt und nicht rund oder oval.
  • Begrenzung: Der Rand eines Muttermals ist unregelmäßig oder unscharf.
  • Colour (Farbe): Ein Muttermal hat mehrere Farbtöne. Sie können unterschiedlich intensiv sein. Selten kann das Melanom auch farblos sein.
  • Durchmesser: Pigmentflecke, deren Durchmesser größer als drei bis fünf Millimeter ist, gelten als verdächtig. Die Größe allein ist allerdings kein verlässliches Kriterium.
  • Erhabenheit/Entwicklung: Das Muttermal ragt mehr als einen Millimeter über die Hautoberfläche hinaus. Dieses Merkmal ist für sich allein genommen nicht sehr aussagekräftig. Manche Fachleute beschreiben mit dem E der ABCDE-Regel auch die Entwicklung von Muttermalen: also Flecken, die sich farblich verändern oder wachsen.

So schützt man sich vor Hautkrebs

Wer glaubt, mit einer gut gebräunten Haut vor der Krankheit geschützt zu sein, liegt falsch. "Das Bräunen der Haut ist eigentlich ein Anzeichen für eine Schädigung der Haut und eine Schutzreaktion unserer Haut, um sich vor starker UV-Strahlung zu schützen", erklärt Wohlfeil. Eine gesunde Bräune gebe es letztlich nicht.

Effektiven Schutz böten Sonnencremes - allerdings müssten diese auch richtig angewendet werden. "Dazu gehört auch, dass man sich beim Sonnenbaden nachcremt, wenn man stark schwitzt, wenn man im Wasser war, um diesen intensiven Schutz aufrechtzuerhalten", sagt Wohlfeil. Die Deutsche Krebsgesellschaft empfiehlt zudem, direkte Sonneneinstrahlung möglichst zu vermeiden.

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Luca Mader
SWR Aktuell-Redakteur Luca Mader