Geschenke werden im Raum Heilbronn lieber vor Ort gekauft

Weihnachtsshopping oder klamme Kassen: Was kommt nach "Black Friday" und "Cyber Monday"?

Nach Rabatttagen wie den "Black Friday" zieht das Weihnachtsgeschäft weiter an. Der Einzelhandel rechnet damit, dass Kunden noch genug Budget haben, ein Experte ist kritischer.

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Von Autor/in Luca Bauer

Nach den beiden Rabatttagen "Black Friday" und "Cyber Monday" rechnet der Einzelhandel in der Region Heilbronn-Franken jetzt weiter mit einem guten Weihnachtsgeschäft - es soll in den kommenden Wochen noch intensiver werden. Die beiden Händlervereinigungen "Schwäbisch Hall aktiv" und "KÜN aktiv" aus Künzelsau (Hohenlohekreis) gehen davon aus, dass bei den Kundinnen und Kunden auch nach den Rabatttagen noch ausreichend Geld im Portemonnaie vorhanden ist. Handelsexperte Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Heilbronn erwartet, dass die kommenden Tage für den Einzelhandel schwächer werden.

Handel rechnet mit viel Umsatz an den beiden Tagen vor Weihnachten

Laut Kortum lagen die durchschnittlichen Black-Friday-Ausgaben bei rund 300 Euro pro Person, auch wenn die Ersparnis an solchen Tagen immer geringer wird. Viele Menschen würden früh planen und teure Produkte rechtzeitig einkaufen. So sei das übrige Budget für die kommenden Weihnachtstage bei vielen geringer.

Die Verantwortlichen von "Schwäbisch Hall aktiv" sehen dagegen wenig Zusammenhänge zwischen den beiden Rabatttagen und Weihnachten. An diesen Tagen würden die meisten Menschen etwas für sich selbst kaufen und denken noch gar nicht daran, Weihnachtsgeschenke zu besorgen.

Matthias Uebele von "KÜN aktiv" geht im Gespräch mit dem SWR davon aus, dass die Menschen noch Geld übrig hätten und rechnet mit einem ähnlichen Umsatz wie im vergangenen Jahr. Er mutmaßt, dass es ab dem 22. Dezember den meisten Umsatz gibt, auch weil viele Menschen dann schon Urlaub hätten und der Online-Handel die Lieferzeiten bis Weihnachten nicht einhalten könne. Laut Handelsexperte Carsten Kortum sei auch der Samstag nach Weihnachten beliebt, weil viele Menschen Zeit hätten.

Einzelhandel in Schwäbisch Hall: Herausforderung Online-Handel

Auch in Schwäbisch Hall sind Rabatttage wie Black Friday Thema unter Einzelhändlern. Einige Einzelhändler sagten im Interview mit dem SWR, sie hätten schon längere Zeit Rabattaktionen laufen. Marc Brändle vom Haushaltswarengeschäft Gustav Kachel räumt ein:

Der Black-Friday macht uns schon sehr zu schaffen.

Dabei sei es nicht der Online-Handel, der ihm die Probleme bereitet, sondern die Menschen, die sich bewusst dafür entscheiden, dort zu kaufen - und gegen den Einzelhandel in der Stadt.

Die Angebote in seinem Laden würden sich nicht wirklich von Black-Friday unterscheiden. 

Einzelhandel plant viele Aktionen vor Weihnachten

Geht es nach Handelsexperte Kortum, kann der Einzelhandel jetzt vor allem mit Service, Qualität und einem gewissen Erlebnisfaktor punkten. Rabatte seien seit November stark beworben worden. Viele Städte in der Region hatten deswegen zuletzt die Innenstädte geschmückt oder Aktionen an den Adventssamstagen. In Künzelsau schmücken 40 Tannenbäume die Innenstadt, dazu gibt es eine Winterlounge und ein Christmas-Shopping mit verlängerten Öffnungszeiten am 12. Dezember.

Weiterhin kaufen 72 Prozent der Menschen ihre Weihnachtsgeschenke am liebsten im Einzelhandel. Das zeigt eine Studie aus dem November der DHBW Heilbronn in Zusammenarbeit mit der Shopping-App Kaufda. Die Studie liegt dem SWR vor. Im Einzelhandel lassen sich demnach auch 50 Prozent für Weihnachtsgeschenke inspirieren.

Künstliche Intelligenz beim Weihnachtsgeschäft

Der Umfrage zufolge spielt auch Künstliche Intelligenz eine Rolle beim Weihnachtsgeschäft. Ein Viertel der Befragten nutzt sie, um herauszufinden, wo sie Geschenke kaufen können, und fast ebenso viele lassen sich damit inspirieren. Tendenz steigend. Trotz ChatGPT, da ist sich der Handel einig, wird es auch in diesem Jahr einige Last-Minute Einkäufe geben.

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