Fußballspielen ist kein Dienstgeschäft

Kein Geld mehr fürs Kicken: Crailsheims OB muss Einsätze bei Bürgermeister-Nationalelf künftig selbst zahlen

Der Crailsheimer Oberbürgermeister verliert ein besonderes Privileg: Künftig zahlt die Stadt nicht mehr mit, wenn Christoph Grimmer für die Bürgermeister-Nationalelf spielt.

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Von Autor/in Ulrike Schirmer

Fußballschuhe geschnürt und ab aufs Feld - Christoph Grimmer (parteilos), Oberbürgermeister der Stadt Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall), spielt als Mittelfeldspieler bei der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Bürgermeister (DFNB). Bislang zumindest war das nicht nur sein Privatvergnügen, sondern teilweise auch Angelegenheit der Stadt: Denn die zahlte einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent. Damit könnte nun allerdings Schluss sein: Nach einer rechtlichen Prüfung endet eine Sonderregelung, die zumindest einem der Stadträte nicht gefiel.

Kein Zuschuss mehr fürs Kicken: Stadtrat brachte Prüfung ins Rollen

Wer für die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Bürgermeister aufläuft, ist dabei nicht dienstlich unterwegs. Zu diesem Ergebnis kommt das Regierungspräsidium Stuttgart. Die Konsequenz: Der Crailsheimer Gemeinderat wird am Donnerstag voraussichtlich beschließen, dass die Stadt künftig keine Kosten mehr übernimmt, wenn Grimmer für die Bürgermeister-Nationalelf auf dem Platz steht.

Bislang war das anders. Seit einem Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2022 galt die Teilnahme des Oberbürgermeisters an Spielen der DFNB als dienstliche Tätigkeit. Die Stadt übernahm deshalb die Hälfte der anfallenden Kosten, etwa für die Anreise zu Spielen.

Nicht allen im Gemeinderat gefiel diese Regelung. Ein Stadtrat ließ den Vorgang überprüfen. Das Regierungspräsidium Stuttgart nahm den Beschluss daraufhin unter die Lupe.

Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer bei einem Interview in seinem Büro. Crailsheim.
Christoph Grimmer zog die Konsequenzen bereits: Die seit 2022 erstatteten 4.100 Euro zahlte er freiwillig zurück. Pressestelle Stadtverwaltung Crailsheim

Grimmer zahlte 4.100 Euro freiwillig zurück

Zwar könne die Teilnahme an ähnlichen Veranstaltungen in Einzelfällen durchaus dienstlichen Charakter haben. In seinem Schreiben an die Stadt stellt das Regierungspräsidium aber klar, dass das in diesem Fall nicht so ist.

Die Teilnahme an der weitgehend überregional stattfindenden Veranstaltung der DFNB liegt eindeutig außerhalb des örtlichen Wirkungskreises der Stadt Crailsheim.

Nach Auffassung der Behörde lag der Beschluss des Gemeinderats damit außerhalb seiner Zuständigkeit und war rechtswidrig. Eine Kostenübernahme durch die Stadt sei deshalb nicht möglich.

Oberbürgermeister Christoph Grimmer reagierte auf die Entscheidung sportlich. Die seit 2022 erstatteten Kosten in Höhe von insgesamt 4.100 Euro hat er bereits freiwillig an die Stadt zurückgezahlt.

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Ulrike Schirmer
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