Für Autos und Lkw schlecht zu erkennen

Auf Straßen in Lebensgefahr: Vorsicht, liebestolle Igel unterwegs

Aktuell sind viele Igel unterwegs, die sich paaren wollen. Es gilt: Liebe macht blind. Bei der Suche nach einem Weibchen überqueren sie auch stark befahrene Straßen.

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Von Autor/in Luca Bauer

Im vergangenen Jahr ist der westeuropäische Igel auf die Liste der bedrohten Arten gesetzt worden. Die Todesursache Nummer eins ist die Gefährdung durch den Straßenverkehr. Zurzeit gibt es auch in der Region Heilbronn-Franken wieder mehr überfahrene Igel, die auf den Straßen zu finden sind.

Grund dafür ist, dass die männlichen Igel in der Hauptpaarungszeit zwischen Mai und August nicht nur auf der Suche nach Nahrung, sondern auch aktiv auf der Suche nach einer Partnerin sind. Dabei müssen sie viele Straßen überqueren und das bringt sie immer häufiger in Gefahr.

Igel-Männchen legen in der Paarungszeit viele Kilometer zurück

Während die Igel im Herbst und Winter mit Kälte und Nahrungsmangel zu kämpfen haben, ist die aktuelle Paarungszeit die gefährlichste Zeit für Igel. Da der Lebensraumverlust immer größer wird, müssen sie immer mehr Kilometer zurücklegen, sagt Anja Fischer vom Heilbronner Tierschutzverein.

In der Paarungszeit können Igelmänner bis zu fünf Kilometer in einer Nacht zurücklegen, um eine Igelfrau zu finden, die zur Fortpflanzung bereit ist, so der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).

Ältere Untersuchung: Über 28 Straßen und mehr

Laut einer Untersuchung in den 1990er Jahren haben sendermarkierte Igel damals schon bis zu 28 Straßen in einer Nacht überquert. Inzwischen sind es wohl deutlich mehr.

Nach Angaben von Anja Fischer vom Heilbronner Tierschutzverein liegt das auch daran, dass viele Gärten eingezäunt sind und es immer mehr Bebauung außerhalb von Ortschaften gibt.

Igel-Männchen leben gefährlicher als Igel-Weibchen

Die Tiere sind nachtaktiv und bei Dunkelheit für Autofahrerinnen und -fahrer frühzeitig nur sehr schlecht zu sehen. Gleichzeitig können die Igel die Gefahr auf der Straße nicht erkennen.

Das Streifgebiet eines Igels ist durchschnittlich 33 Hektar groß und vergrößert sich während der Paarungszeit auf über 100 Hektar bei männlichen Tieren.

Bei den Weibchen bleibt das Gebiet das ganze Jahr über nahezu identisch. Deswegen liegt die Vermutung nahe, dass im Sommer mehr männliche Igel überfahren werden.

Was können Gartenbesitzer für Igel tun?

Damit Igel sowohl bei der Nahrungssuche als auch bei der Suche nach einer Partnerin weniger Kilometer absolvieren müssen, empfiehlt der Heilbronner Tierschutzverein im Garten naturnah zu arbeiten und auch Laubhaufen liegen zu lassen. Kleine Durchgänge im Zaun würden direkt mehr Wohnraum für die Igel schaffen.

Der ADAC weist darauf hin, dass Igel in der Nähe von Siedlungen und auf nahezu allen Straßen außerhalb von Ortschaften anzutreffen sind.

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