Autofahrer und Verbraucher in BW reagieren mit "Panik"

Preisschock an der Tankstelle: Krieg im Nahen Osten lässt Preise für Sprit und Heizöl in die Höhe schnellen

Der Krieg im Iran lässt die Ölpreise steigen und auch an den Tankstellen in Heilbronn-Franken gehen die Kosten rasant nach oben. Autofahrer und Heizölkunden sind verunsichert.

Teilen

Stand

Von Autor/in Ulrike Schirmer

Der Krieg im Nahen Osten trifft auch die Menschen in der Region Heilbronn-Franken - und zwar direkt an der Zapfsäule und im Heizungskeller. Seit der jüngsten Eskalation in Iran ziehen die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl deutlich an. Verbraucher reagieren verunsichert, "manche sogar panisch", sagt ein Mineralölhändler aus Heilbronn. Und an einer Tankstelle in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) schauten Autofahrerinnn und Autofahrer am Montagabend ungläubig auf die Anzeigetafel.

Spritpreise an Tankstellen sprunghaft angestiegen

Die Zahlen sind über das Wochenende deutlich nach oben geklettert. Laut ADAC sind am Montagnachmittag bundesweit die Preise beispielsweise bei der Sorte E10 um im Schnitt 7,3 Cent angestiegen, bei Diesel waren es 8,1 Cent. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer wollen vorsorglich noch einmal volltanken: "Ich fahre nicht so viel Auto, aber [...] der Preis ist extrem angestiegen", sagte eine Frau in Neckarsulm.

Dass das so ist, ist für viele nicht überraschend. Es sei schon immer so gewesen, "dass die Benzinpreise steigen, wenn es Krieg gibt", meint eine Autofahrerin an einer Neckarsulmer Tankstelle. Und ein weiterer Autofahrer ergänzt: "Ich finde es schlecht, dass wir so beeinflusst werden von der Nahostpolitik."

Wer kann, versucht gegenzusteuern. Weniger Auto fahren zum Beispiel, meint eine weitere Frau: Sie steige dann gerne häufiger auf die Bahn um, auch wenn es ihr "weniger Spaß" mache.

Diesel- und Benzinpreise So tanken Sie heute günstig

Spritpreise am 17. April 2026: Superbenzin kostet im Mittel 2,12€, E10 2,06€ und Diesel 2,19€ in Deutschland. So teuer ist es in Ihrer Nähe.

Der Tag in RLP SWR1 Rheinland-Pfalz

"Extreme Nachfrage": Panik bei Heizöl-Kunden

Doch nicht nur Autofahrerinnen und Autofahrer sind betroffen. Die Sorge vor Versorgungsengpässen und steigenden Rohölpreisen sorgt an den internationalen Märkten für Nervosität - mit unmittelbaren Folgen für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland. Heizölhändler berichten von "extremer Nachfrage". Die Lage sei angespannt, berichtet Michael Wacker, Verkaufsleiter bei der Heilbronner Mineralölgroßhandlung Domesle.

Das Telefon klingelt pausenlos: Leute, die in Panik sind, andere Leute, die unbedingt kaufen müssen.

Der Preisanstieg sei massiv, so Wacker weiter: "Von Freitag auf heute sprechen wir von 12 bis 14 Cent netto pro Liter". Insgesamt sei der Heizölpreis innerhalb weniger Tage um mehr als 15 Cent pro Liter gestiegen - und ein Ende der Entwicklung sei derzeit nicht absehbar. Niemand könne seriös vorhersagen, wie lange die Situation anhalte oder welche weiteren Auswirkungen drohten.

Krieg im Iran: Auswirkungen weit über die Zapfsäule hinaus

Nach Einschätzung der Branche könnten die steigenden Ölpreise auch andere Bereiche treffen. Transport, Mobilität, Kunststoffe und zahlreiche Alltagsprodukte hängen direkt oder indirekt am Ölpreis. Verteuert sich der Rohstoff dauerhaft, dürfte sich das mittelfristig auch bei Lebensmitteln und Konsumgütern bemerkbar machen.

Wackers Appell an Kundinnen und Kunden deshalb: Ruhe bewahren. Heizölstände sollten genau geprüft werden. Wer bestellen müsse, könne unter Umständen mit Teilmengen überbrücken, um flexibel zu bleiben.

Baden-Württemberg

Auswirkungen auch für Unternehmen im Land Spritpreise, Heizöl und Co.: Wie der Iran-Konflikt bereits jetzt uns Verbraucher betrifft

Der Krieg im Iran hat vor allem in der Region Auswirkungen. Doch auch Unternehmen und Verbraucher in Baden-Württemberg dürften die zu spüren bekommen.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Doha

Krieg in Nahost Iran-Angriffe: Etliche Touristen in Golfregion gestrandet - SWR-Redakteurin berichtet aus Katar

Wegen Angriffen des Irans auf Nachbarstaaten gibt es massive Flugausfälle. Der Luftraum über der Golfregion ist gesperrt. Auch SWR-Reporterin Susanne Kimmel sitzt in Doha fest.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Ulrike Schirmer
Ulrike Schirmer

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!