Der Krieg im Nahen Osten trifft auch die Menschen in der Region Heilbronn-Franken - und zwar direkt an der Zapfsäule und im Heizungskeller. Seit der jüngsten Eskalation in Iran ziehen die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl deutlich an. Verbraucher reagieren verunsichert, "manche sogar panisch", sagt ein Mineralölhändler aus Heilbronn. Und an einer Tankstelle in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) schauten Autofahrerinnn und Autofahrer am Montagabend ungläubig auf die Anzeigetafel.
Spritpreise an Tankstellen sprunghaft angestiegen
Die Zahlen sind über das Wochenende deutlich nach oben geklettert. Laut ADAC sind am Montagnachmittag bundesweit die Preise beispielsweise bei der Sorte E10 um im Schnitt 7,3 Cent angestiegen, bei Diesel waren es 8,1 Cent. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer wollen vorsorglich noch einmal volltanken: "Ich fahre nicht so viel Auto, aber [...] der Preis ist extrem angestiegen", sagte eine Frau in Neckarsulm.
Dass das so ist, ist für viele nicht überraschend. Es sei schon immer so gewesen, "dass die Benzinpreise steigen, wenn es Krieg gibt", meint eine Autofahrerin an einer Neckarsulmer Tankstelle. Und ein weiterer Autofahrer ergänzt: "Ich finde es schlecht, dass wir so beeinflusst werden von der Nahostpolitik."
Wer kann, versucht gegenzusteuern. Weniger Auto fahren zum Beispiel, meint eine weitere Frau: Sie steige dann gerne häufiger auf die Bahn um, auch wenn es ihr "weniger Spaß" mache.
Diesel- und Benzinpreise So tanken Sie heute günstig
Spritpreise am 13. März 2026: Superbenzin kostet im Mittel 2,07€, E10 2,01€ und Diesel 2,14€ in Deutschland. So teuer ist es in Ihrer Nähe.
"Extreme Nachfrage": Panik bei Heizöl-Kunden
Doch nicht nur Autofahrerinnen und Autofahrer sind betroffen. Die Sorge vor Versorgungsengpässen und steigenden Rohölpreisen sorgt an den internationalen Märkten für Nervosität - mit unmittelbaren Folgen für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland. Heizölhändler berichten von "extremer Nachfrage". Die Lage sei angespannt, berichtet Michael Wacker, Verkaufsleiter bei der Heilbronner Mineralölgroßhandlung Domesle.
Das Telefon klingelt pausenlos: Leute, die in Panik sind, andere Leute, die unbedingt kaufen müssen.
Der Preisanstieg sei massiv, so Wacker weiter: "Von Freitag auf heute sprechen wir von 12 bis 14 Cent netto pro Liter". Insgesamt sei der Heizölpreis innerhalb weniger Tage um mehr als 15 Cent pro Liter gestiegen - und ein Ende der Entwicklung sei derzeit nicht absehbar. Niemand könne seriös vorhersagen, wie lange die Situation anhalte oder welche weiteren Auswirkungen drohten.
Krieg im Iran: Auswirkungen weit über die Zapfsäule hinaus
Nach Einschätzung der Branche könnten die steigenden Ölpreise auch andere Bereiche treffen. Transport, Mobilität, Kunststoffe und zahlreiche Alltagsprodukte hängen direkt oder indirekt am Ölpreis. Verteuert sich der Rohstoff dauerhaft, dürfte sich das mittelfristig auch bei Lebensmitteln und Konsumgütern bemerkbar machen.
Wackers Appell an Kundinnen und Kunden deshalb: Ruhe bewahren. Heizölstände sollten genau geprüft werden. Wer bestellen müsse, könne unter Umständen mit Teilmengen überbrücken, um flexibel zu bleiben.