Ein neuer Rekordwert für den Paketdienstleister DHL: Anfang Dezember wurden so viele Pakete wie noch nie in Deutschland an einem Tag sortiert. 12,4 Millionen Sendungen warteten da auf ihren Transport zum neuen Besitzer oder der neuen Besitzerin. Das sind rund doppelt so viele Pakete wie an einem normalen Arbeitstag außerhalb der Weihnachtszeit.
Damit da alles rechtzeitig ankommt, wird vor Weihnachten auch in Heilbronn das Personal um zehn Prozent aufgestockt. Rund 10.000 zusätzliche Aushilfskräfte sind allein für DHL im Dezember deutschlandweit im Einsatz. 11.000 Fahrzeuge werden während der Zeit außerdem noch dazu angemietet.
Zur Weihnachtszeit doppelt so viele Pakete pro Tag
Bis zu 13.500 Pakete machen sich allein von der Heilbronner Zustellbasis aus auf die Reise - pro Tag. Rund 250 davon landen morgens in David Krainas Lieferwagen. Seit 24 Jahren ist er mit dabei, beliefert vor allem die Heilbronner Innenstadt. Den Transporter parkt er am Rande der Fußgängerzone. Von dort starten die Touren mit einer vollgestapelten Sackkarre zu den einzelnen Geschäften.
In der Innenstadt ist deutlich mehr los, im Zickzack geht es vorbei an den Glühweinständen des Weihnachtsmarkts. Dazu kommt der Zeitdruck, denn der Lieferverkehr muss zu einer bestimmten Uhrzeit die Fußgängerzone wieder räumen. Und dann gibt es noch ungeduldige Kundinnen und Kunden. Als Zusteller muss sich Kraina alles anhören: "Wo ist mein Paket, wann kommt mein Paket?"
Aber auch das Gegenteil kommt vor. Grade vor Weihnachten gibt es auch gerne mal ein kleines Trinkgeld oder was Süßes. So wie an diesem Tag: Bei einem Stammkunden geht es fast nie ohne zumindest ein paar Gummibärchen wieder raus auf die Straße.
Rabattaktionen lassen die Arbeit in die Höhe schnellen
Die Hochsaison für die Paketdienste beginnt bereits Mitte Oktober. Thanksgiving, Black Friday, Cyber Monday und andere Rabattaktionen werfen ihre Schatten voraus. Aber auch wenn es immer mehr Pakete werden, für den einzelnen Paketboten ist irgendwann Schluss mit den zusätzlichen Auslieferungen. Irgendwann ist der Lieferwagen schlicht und ergreifend eben voll.
Stattdessen wird der Umkreis, in dem die Pakete zugestellt werden, immer kleiner. Hat ein Paketbote vor ein paar Jahren noch in einem Radius von beispielsweise drei Kilometern zugestellt, sind es jetzt vielleicht noch 300 Meter. Da braucht es dann einfach insgesamt mehr Personal.
Mit Weihnachten ist der Stress noch nicht vorbei
An Heiligabend ist dann gegen 14 Uhr Schluss für die Paketzusteller. Vorbei ist der Stress damit aber nicht. Gerade nach Weihnachten steigen dann noch einmal die Retouren an, Geschenke wollen umgetauscht werden. Erst Anfang Januar kehrt dann langsam wieder Normalität ein.