Gedenkstunde in Herbolzheim

Holocaust-Gedenktag: BW-Landtag erinnert an Volksgruppe der Jenischen

Am Holocaust-Gedenktag wird an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Bei einer Feierstunde in Herbolzheim stand eine eher unbekannte Volksgruppe im Mittelpunkt.

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Von Autor/in Patrick Seibert

Bei einer Gedenkstunde in Herbolzheim (Kreis Emmendingen) hat der baden-württembergische Landtag an die Menschen erinnert, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Der Fokus lag in diesem Jahr auf der Volksgruppe der Jenischen.

Aras: Gedenkarbeit Kernanliegen des Landtages

Gedenkarbeit sei ein Kernanliegen des Landtages, sagte Baden-Württembergs Landtagspräsidentin Muhtarem Aras (Grüne) während der Gedenkveranstaltung. Sie sei stolz, gemeinsam mit Vertretern der Jenischen zu gedenken und dieses Jahr ihre Geschichte und Kultur in den Fokus zu rücken. Diese Volksgruppe sei "Teil von Europa und auch von Baden-Württemberg", so Aras.

Die Jenischen sind eine ethnische Minderheit, die während der NS-Zeit ausgegrenzt und verfolgt wurde. Die Menschen wurden als sogenanntes fahrendes Volk oft als vorgeblich "asozial" oder "arbeitsscheu" gebrandmarkt, hieß es vorab in einer Mitteilung des Landtags. Heute bemühen sich Nachfahren um Anerkennung und Erhalt ihrer Identität in der Gesellschaft. In Deutschland wird die Anerkennung als nationale Minderheit derzeit von der Bundesregierung geprüft.

Kranzniederlegung in Herbolzheim am Holocaust-Gedenktag mit BW-Landtagspräsidentin Muhterem Aras
Mit einer Kranzniederlegung wurde in Herbolzheim an die Opfer des Holocaust erinnert. Mit dabei war auch BW-Landtagspräsidentin Muhterem Aras.

Erinnerung an Herbolzheimer Familie

Bereits vor der Feierstunde im Herbolzheimer Bürgerhaus fand am Denkmal der aus Herbolzheim nach Auschwitz deportierten Sinti-Familie Spindler ein stilles Gedenken statt. Von der 16-köpfigen Familie überlebten lediglich zwei Brüder das Vernichtungslager.

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Patrick Seibert
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