Kultusministerium übersieht 1.440 Lehrerstellen

Meinung: Baden-Württemberg wird zur bundesweiten Lachnummer

Mehr als 20 Jahre blieben hunderte Lehrerstellen unbesetzt. Warum ist das niemandem aufgefallen, fragt Henning Otte aus der SWR-Redaktion Landespolitik.

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Von Autor/in Henning Otte

Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll: Es ist ein GAU für die baden-württembergische Verwaltung. Denn sie ist damit zu einer bundesweiten Lachnummer geworden. Alle fragen sich: Warum ist das über 20 Jahre hinweg NIEMANDEM aufgefallen?

Der Leidensdruck war so groß. Die Kritik der Gewerkschaften am Lehrermangel war ohrenbetäubend. Es gab doch immer wieder Ungereimtheiten bei der Besetzung von Lehrerstellen. Jetzt ist klar, was der Grund war. Ich frage mich, warum hat das so lange gedauert? Warum hat das Kultusministerium nicht jeden Stein umgedreht, um den Fehler zu finden? Und warum ist im Finanzministerium niemandem aufgefallen, dass die Haushaltsbilanz so nicht stimmen kann?

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Die Erklärung fällt dünn aus: In diesem Wust an Daten und Zahlen sei das untergegangen. Klingt nach Peanuts - sind es aber nicht. Um es klar zu sagen: Man kann das nicht nur den Grünen in die Schuhe schieben. Als der Fehler passiert ist, saß die CDU im Kultusministerium. Und auch die SPD stellte schon den Minister. Aber was für ein schräger Schlussakkord für den ersten Lehrer in der Regierungszentrale. Wenn er könnte, würde sich Winfried Kretschmann vermutlich gern die Ohren zuhalten.

SWR-Reporter und -Redakteur Henning Otte, SWR Landespolitik
SWR-Reporter und -Redakteur Henning Otte, SWR Landespolitik Henning Otte
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