Erst vor knapp drei Wochen hat ein Sturm hunderte alte Bäume in Karlsruhe wie Grashalme aus der Erde gerissen. Feuerwehr und Forstamt waren auch Tage und Wochen nach dem Unwetter für Aufräumarbeiten im Dauereinsatz. Genau dort lauert die Gefahr: Bei der Beseitigung der umgestürzten Bäume riskieren Einsatzkräfte lebensgefährliche Verletzungen. Genau hier soll der Spannungssimulator helfen.
Nach dem Unwetter: Bäume stehen unter Spannung
"Wir sehen im Wurzelraum, dass die Feinwurzeln durch die Trockenheit absterben und dadurch die Bäume in ihrer Stabilität eingeschränkt sind", erklärt Forstamtsleiter Stefan Wilhelm. Wenn dann ein Wind käme, würden die Bäume viel leichter umkippen. Hat ein Sturm erst einmal Bäume entwurzelt, liegen sie häufig kreuz und quer auf der Straße oder im Wald herum. Dabei biegt sich das Holz oder bricht in Teilen, der Baum steht unter Spannung.
Unter Spannung stehendes Holz ist sehr, sehr schwer zu sägen und sehr anspruchsvoll, weil es sich schlagartig bewegen kann und dann wirklich auch zu tödlichen Verletzungen führen kann.
Um mehr Menschen im Umgang mit Sturmholz zu schulen, haben die Karlsruher Branddirektion und das städtische Forstamt einen sogenannten Spannungssimulator angeschafft.
Spannungssimulator soll vor lebensgefährlichen Verletzungen schützen
Ein Kran hebt einen gefällten Baumstamm auf den Anhänger mit zwei großen Klammern. Dann wird der Baum festgeklemmt und kann unter Spannung gesetzt werden. Die kann in verschiedenen Teilen des Baums unterschiedlich hoch eingestellt werden. Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Forstamts sollen so lernen, wie unterschiedliche Baumarten bei verschiedenen Spannungen auf die Säge reagieren. Dementsprechend können sie ihre Sägetechnik anpassen, ohne Gefahr, dass der Baum sie verletzen könnte.
"Beim Sturmereignis kommen noch mal andere Faktoren einfach dazu. In der Regel regnet es, es windet und es ist auch abends und dunkel", sagt Florian Geldner von der Karlsruher Feuerwehr. Wichtig sei deshalb, dass die Basics sitzen, damit niemand zum ersten Mal in einer Sturmnacht einen Baum sägen muss.
Feuerwehr und Forstamt rechnen mit mehr Unwettern
Etwa 80.000 Euro hat der neue Spannungssimulator gekostet. Finanziert wurde er aus Klimaschutzmitteln der Stadt Karlsruhe. Um auch zukünftig Arbeitsunfälle zu vermeiden, sollen etwa 1.000 Mitarbeitende der Feuerwehr, des Forstamts und weiterer städtischer Ämter daran aus- und weitergebildet werden. Denn die allgemeine Zunahme von Stürmen und auch der Zustand des Waldes würden laut Geldner zu mehr Einsätzen wegen umgestürzter Bäume führen.
Es ist einfach sehr, sehr gefährlich und der Spannungssimulator ermöglicht uns in einem geschützten Raum spezielle Techniken zu üben und die Mitarbeiter gut drauf auszubilden.
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